Lilian
10. Mai 2005
- Marketingplaner-Ausbildung bestanden!
Was für ein Hochgefühl!
Am letzten Freitag kam der Brief der Prüfungskommission. Nicht eingeschrieben! Ganz normal per Post, was soviel heisst wie, ...und dann tatsächlich auch drin stand...: die eidg. Prüfung zum Marketingplaner ist bestanden!
Nun, Ihr, die Ihr Schuld seid, dass dieses seelige Lächeln seither nicht mehr von meinen Lippen weichen will, müsst jetzt auch meinen Dank über Euch ergehen lassen!
Ich wollte ja eigentlich klein beigeben. Die Hintertüre nehmen und die Prüfung um ein Jahr nach hinten schieben, wollte ich - aber nein!! Gezwungen habt Ihr mich, im November mit heruntergewirtschafteten Nerven doch am Ball zu bleiben. Den Kopf habt Ihr mir rauchnen lassen bei den Überlebenstagen im Schulzimmer, als wir drei mal die ganze Prüfung simuliert haben. Gnadenlos getrimmt wie in den besten Zeiten Karl Frehsner seine Skicracks getrimmt hat, habt Ihr mich. Extra Stunden habt Ihr investiert, um aus der Kummer etwas richtiges werden zu lassen. So hartnäckig seid Ihr gewesen, Brigitte und Knö bei der Swiss Marketing Academy in Zürich!
Aber auch Ihr seid Schuld, meine Mitschüler! Noch den kleinsten Fetzen Lernstoff habt Ihr jedesmal genüsslich weitergeleitet, wenn ich mich mal wieder im Schnee vergnügt habe, anstatt die Schule zu besuche... Wenn wir lernen müssen, soll die auch, habt Ihr dabei sicher gedacht.
Nun habt Ihr den Mist: nun werdet ihr öffentlich mit Dank überschüttet! Ohne Euch, Brigitte und Knö, ohne Eure Top Dozenten bei der SMA Zürich und ohne diesen Haufen liebgewonnener Mitschüler hätte die Kummer jetzt keine Einladung zur Diplomfeier! ...was soll ich noch tun, ausser seelig lächeln?...
Ihr seid einfach die Besten!
Lilian
Lilian
1. Januar 2005
- Sylvestergrüsse aus New York
und was ich die letzten 6 Monate tat
Haloo zaemu
Mein Chuelschrankmanndli gibt mir seit Wochen Tritte in den A... damit ich mir endlich mal wieder Zeit nehme fuer ein paar Zeilen auf unserer Page! Recht hat es ja... Ich koennte aber nun sagen: es hat mich so stark getreten, dass es mir in den letzten Wochen unmoeglich war, auf einem Buerostuhl zu sitzen ... :o)
Eine maechtig intensive zweite Haelfte 2004 liegt hinter mir. Aber so etwas von spannend und mitreissend, sag ich Euch!
Das Projekt "Mich-in-ein-neues-Leben-Einnisten und alles Aufsaugen, was in der Welt ausserhalb des Skizirkus so vor sich geht" hat mich kaum stillsitzen lassen.
Well, wo soll ich anfangen?
Bei Swisscom darf ich innerhalb des Sponsoring-, Fairs- & Events-Team einen der interessantesten Praktikumsplaetze besetzen, die es gibt.
Zu einem grossen Teil kann ich da an den sogenannten "Swisscom Games" mitarbeiten.
Eine Art Olympische Sommerspiele fuer alle Mitarbeitenden von Swisscom. Sie messen sich in 11 verschiedenen Sportarten (Fussball, Volleyball, Badminton, Tennis, Petanque usw..) in verschiedenen Qualifikationsturnieren und schlussendlich in einem grossen Final im Juni 05 in Magglingen.
Ueber 5000 Swisscom-Mitarbeitende haben sich fuer diesen sagenhaften Sportanlass angemeldet. Das ist quasi 1/3. der Swisscom-Crew!
Daneben bin ich im Swisscom Events-Team integriert. Hier laeuft alles zusammen, was an internen und externen Swisscom Anlaessen organisiert werden will.
Und am allerschoensten: zwischendurch darf ich noch mit dem Ski-Sponsoring-Team an die Weltcup-Rennen in der Schweiz mit. Was soviel heisst, wie mit Swisscom-Gaesten und -Kunden ueber die Pisten fegen ... und dabei meine alten Ski-mates wieder treffen... :o) Wie zum Beispiel vor Weihnachten bei den Damen Weltcuprennen in St. Moritz!
Tja, und neben dieser 80%-Anstellung heisst es lernen fuer die Schule... Nicht mehr lange, und die Pruefungen zum Marketingplaner stehen vor der Tuer! Die schriftlichen Pruefungen sind Anfang Februar und die muendlichen dann im April.
Die Swiss Marketing Academy gibt ihr bestes, um unsere Klasse dafuer zu "trimmen" und hat uns bereits zweimal die ganzen 3 Pruefungstage analog "Ueberlebenswochenende" durchleben lassen. Im Survival-Kit waren nur erlaubt: Schreibmaterial, Taschenrechner, Pruefungsordner und Wasser zum Hirnbraende loeschen...
Es werde hoffentlich bald Ende April... :o)
So, what else... Ihr seht, arbeiten tue ich, in die Schule gehe ich...
...und gerade jetzt habe ich Ferien!!!
Vielleicht habt Ihr der komischen Schreibweise schon entnommen, wo ich bin...
Mir scheint amerikanische Sonne in mein "Bleichgesicht", und es hat mich tatsaechlich auch ohne Skizirkus nach Amerika verschlagen! Nach New Hampshire, 2 Std. oberhalb Boston, um genau zu sein.
Eine laengere Geschichte, aber kurz gesagt: letzten Juli hat mich George Capaul, ehem. Trainer der US-Ski-Girls und mittlerweile Wintersport-Director in der Holderness Highschool angefragt, ob ich Freude daran haette, seine kleinen und groesseren Rennfahrer zwei Wochen lang waehrend ihrem Sommertraining in Saas Fee zu coachen... Zum ersten mal im Leben war ich also so etwas wie eine kleine Trainerin und es hat wahnsinnig Spass gemacht!
Nun bin ich von der Familie Ross Hamlin, deren Sohn Bruce im Sommer dabei war, und von George wieder eingeladen worden, zwei Wochen nach New Hampshire zu kommen. ...yep, und da bin ich jetzt! Eiskalt habe ich vergessen, dass ich doch eigentlich im Moment gar keine Zeit haette fuer solche Spaesse... :o) Aber was solls!
Bisher hatte es auch hier zuwenig Schnee, um richtig rum'zutollen, aber die Skigebiete sind toll.
Und am Dienstag ist ein Trip nach New York geplant, wo ich mich zwei Tage an die Fersen von "Eingeborenen" heften darf. ...mal ganz was anderes... :o)
Bleibt mir nur noch das eine und wichtigste zu schreiben:
Ich wuensche Euch allen von Herzen ein liebevolles, leichtfuessiges und glueckliches Neues Jahr 2005!
Es ist schoen, inmitten so einer grossen tollen Familie von Freunden und Bekannten aufgehoben zu sein. Wenns um mich um wieder ruhiger wird, melde ich mich ganz bestimmt wieder mehr! ...versprochen!!!
Haebet Sorg!
Lilian
Chüelschrankmannli
13. Juni 04
- Aktion Zwanzigernötli
Haloo zämu,
viele von Euch haben in den letzten Wochen bestimmt von der "Aktion Zwanzigernötli" von Dr. Beat Richner gehört ...und eventuell schon etwas einbezahlt? Toll!!
Ich bin effektiv ein bisschen spät dran. Doch lieber spät als nie, möchte ich Euch diese Aktion noch ans Herz legen.
Dr. Beat Richner ist Arzt in Kambodscha und hat sich dort seinem Lebenswerk, dem Kantha Bopha Kinderspital in Phnom Penh verschrieben. Er gilt in diesem Land für viele schwer kranke Patienten als einzige Rettung.
Bei einem TV-Auftritt im letzten Jahr in der Sendung QUER durfte ich Herrn Dr. Beat Richner (Schweizer des Jahres 2003) persönlich kennen lernen. Ich war tief beeindruckt von seiner Ausstrahlung, seiner Bescheidenheit und seiner Aufopferung für kranken Kinder in Kambodscha. Bedenke man vorallem, dass Dr. Richner in der Schweiz als Arzt ein einfacheres Leben und guten Verdienst hätte, sich aber uneigennützig der Arbeit für die Armen dieser Welt verschrieben hat und sehr viel Arbeit und Mühen auf sich nimmt, um in weit schwierigeren Bedingungen zu helfen.
Nun droht seinen verschiedenen Kinder-Krankenhäusern der Zerfall. Die Gebäude sind vor Jahre schlicht aus Holz gebaut worden und werden jetzt immer bedrohlicher von Termiten zerfressen.
Damit Dr. Beat Richner und seine Helferinnen und Helfer ihre, für viele lebensnotwendige, Arbeit fortsetzen und eine neues Krankenhausgebäude bauen können, ist die Idee Aktion Zwanzigernötli entstanden.
Dr. Beat Richner sucht möglichst viele Spender, die ein Zwanzigernötli einzahlen. Jedes Zwanzigernötli ist ein gleichwertiger Baustein, der entscheidend dazu beträgt, ob Dr. Beat Richner und sein Team die Arbeit in Phnom Penh weiter führen können. In Phnom Penh finden sich jährlich 440'000 ambulante und 40'000 hospitalisierte schwerst kranke Patienten ein.
Noch viel mehr dazu findet Ihr unter www.beat-richner.ch
...und die Spendenkonto-Nr ist PC 80-60 699-1
Lieben Dank fürs offene Ohr und Herz,
Lilian
Lilian
25. Mai 2004
- ganz viel Ferien - und der Sprung ins kalte Wasser
Haloo zämu
Wieder einmal zerrinnt mir die Zeit zwischen den Fingern. Die 4 Wochen in Italien sind rumgegangen wie nichts und waren wunderschön. Mit der Schule hätte ich es besser nicht haben können.
Ich habe Euch mal geschrieben, ich würde mir in Siena eine Schule suchen. Schlussendlich entschied ich mich aber nicht für Siena, sondern für Orvieto in Umbrien. Das lag zwar ein heftiges Stück weiter unten im Stiefel, doch Orvieto ist eine heimelige kleine Stadt und die Schule, die ich da fand (LinguaSì) , ist noch sehr jung und daher wunderbar familiär und nicht übervoll mit Studenten.
Während den ersten zwei Wochen waren wir im Gruppenunterricht bloss zu zweit, dannach zu dritt. Die bestmöglichen Bedingungen, um schnell viel zu lernen, würde ich sagen. Auch wenn 4 Wochen halt wirklich etwas zu kurz sind, um dannach die grossen Diskussionen in der Sprache mitführen zu können... Das hab ich dann eher dem Chüelschrankmannli überlassen, dem ein paar Gläser Grappa schnell mal die Zunge gelöst haben... :o)
Letzte Woche dann .....nein, ...ich darf es Euch fast nicht sagen..... letzte Woche war ich noch "in den Ferien".
Ich durfte mit Brigitte Oertli und Ihrer Beach&Sports-Gruppe wieder eine Woche mit nach Kreta. Ein Traum, sage ich Euch! Wir haben mit den Bikes praktisch jeden Tag die wunderschöne Landschaft erkundschaftet und uns bei viel Beach-Volley, viel Walking am Strand, Arobic oder einige auch beim Golfen bräunen lassen.
Davon kann ich Euch dann noch ganz viele Fotos auf die Page stellen, wenn ich in den nächsten Tagen dazukomme.
Ihr werdet jetzt auch denken, was ich für ein Zuckerleben habe, gell?!
Da kann ich Euch nicht widersprechen. Ich habe die letzten paar Wochen wirklich sehr genossen. Bewusst genossen.
Aber bitte nicht neidisch sein, denn nun ist's auch für mich vorbei mit Tralalaaa.
Kaum zurück von Kreta bin ich am Samstag grad ins neue kalte Fahrwasser gesprungen. Es war mein erster Schultag in der Swiss Marketing Academy.
Um mich nach den vielen Jahren ausgetobtem Sport "berufsfähig" zu machen und um für den Ernst des Lebens gewappnet zu sein, habe ich mich für die Weiterbildung zum Marketing Planer entschieden, die in etwa ein Jahr dauern wird. Die ersten dicken Ordner und eine grosse schwere Schultasche werden ab jetzt dann da stehen, wo bisher meine liebe Völkl-Reisetasche stand.
Nebenher habe ich die grosse Chance erhalten, bei unserem lieben Hauptsponsor Swisscom im Marketing- und Sportsponsoringbereich als Praktikantin arbeiten zu dürfen.
Ich freue mich ungemein auf diese neuen Herausforderungen. Ohne Zweifel werd' ich auch ein paar mal über mich selber schimpfen, wenn bei strahlendem Winterwetter Lernen erforderlich sein wird, oder wenn draussen der Pulverschnee lockt und ich drinnen einen Knorz mit meinen Büchern haben werde. Doch umsomehr werde ich die Tage auf Schnee wieder geniessen können.
Soli, dann schau ich mal, dass ich Euch bald ein paar Fotos meiner "Frühlings-Schwanzete" zeigen kann,
und wünsche Euch derweilen eine wunderbare Zeit.
Häbet Sorg zu Euw,
Lilian
Lilian
20. April 2004
- 4 Wochen Sprachkurs in Italien
...das Hirn raucht schon...
Haloo zaemu,
Am Sonntag bin ich also mit einem riesen Stapel Buechern (...welche nach Abschluss der naechsten 4 Wochen hoffentlich nicht mehr 7 Siegel tragen....) und mit einer grossen Tasche voll kurzaermligen und leichten Kleidern in Italien angekommen.
Nun, die Sommerkleider konnte ich noch nicht wirklich auspacken. Es ist kalt hier wie daheim im Riederaelpler Schnee. (Soll mir mal bitte wer eine Winterjacke schicken!) Dafuer machen aber die Grammatik-Buecher und die temparamentvolle Italiensch-Lehrerin (-in!) meinen Kopf ganz schoen hitzig!
Es macht aber effektiv Spass, in den verstaubtesten Schubladen ganz hinten im Hirn den Sinn von Participo passato, Passato prossimo, Verbi transitivi oder weiteren komischen Ausdruecken wieder zu ordnen. Kommt hinzu, dass sich mein Voca-Heft rasant mit Woertern fuellt. Hoffentlich gehen die dann irgendwann auch in mein Hirn rein...
.......ou, muss wieder in die Stunde - see you later... ehm, sorry! natuerlich: a dopo!
Lilian
Lilian
1. April 2004
- SM-Gold im Riesen - Was für ein Tag!
Hallo zämu,
wow! War das ein wunderbarer Abschluss!
Mit einem Schweizermeister-Titel Abschied zu nehmen, davon hab ich immer gedacht, kann ich nur träumen - und jetzt ist es wahr geworden!
Kein Drehbuchautor hätte diesen Abschluss schöner, spannender und emotionaler schreiben können.
Schöner nicht, weil es ein unglaublicher Wintertag war.
Die Bäume mit Schnee verhangen, die Landschaft nach einer hartnäckigen Schlechtwetterwoche wieder im Winterkleid und selbst das Nebelmeer, das sich morgens noch mitten im Rennhang festklammerte, kam zur Raison und machte der warmen Sonne Platz.
Spannender nicht, weil ich im 1. Lauf nur knappe 2 Hunderstel hinter Sonja lag. So lieferten wir uns im Finallauf ein Hitchcock-Duell, dass ich mit ebenso knappen 13 Hunderstel für mich entscheiden konnte.
Und Emotionaler nicht, weil man ein letztes Rennen unmöglich eiskalt angehen kann.
Beide male kurz vor dem Start zuckte es leicht in meinem Herzen. Und ganz fest Tränen unterdrücken musste ich im Ziel. Dann nämlich, als mich unmittelbar nach der Zieleinfahrt vom 2. Lauf alle Mädchen von unserem Team im Zielraum in Empfang nahmen. Styger Nadia hievte mich aus der Skibindung und ehe ich michs versah, sass ich auf Nadias und Fränzis Schultern und wurde von den Girls mit Champagner abgespritzt!!! Das noch bevor Sonja ins Ziel kam und eigentlich feststand, dass ich auch noch den Titel als Schweizermeisterin geholt hatte.
Und im gleichen Masse emotional war auch die Siegerehrung am späten Nachmittag.
Wie bei jeder Siegerehrung der SM spielte man für uns die Schweizer Hymne. In dieser knappen Anderthalbenminute durchfuhren mich unzählige Bilder der letzten 20 Jahre. Und das Publikum im grossen Festzelt liess mich mit Applaussalven fast nicht mehr vom Podest runter. Soll da mal jemand cool bleiben und trockene Wangen behalten!.. :o)
Ich habe Euch ein paar Bilder von dem einmaligen Tag ins Album geklebt. Viel Spass damit
und häbet Sorg! Bis bald,
Lilian
Lilian
14. März 2004
- Rücktritt - Danke für alles!
Hallo meine liebe Skifamilie
Es fällt mir nicht leicht, Euch zu schreiben, dass ich mit dem Skirennen fahren aufhören werde. Ihr seid immer voll Herz ungebrochen hinter mir gestanden und habt mich belebt. Ich habe in den letzten Wochen haufenweise ständig die selben "Fürs" und "Wieders" abgewägt. Dabei ist in mir der Wunsch, der nach dem letzten WC-Rennen in Are anfing zu gedeihen, nicht schwächer, sondern stärker geworden.
Der Skisport in seiner Wettkampfform ist mir in den 20 Jahren, die ich ihn leben durfte, ans Herz gewachsen. Er hat mich geformt und gefordert. Er hat mich total erfüllt und manchmal auch hart angefasst. Wenn mir die einzigartigen Jahre durchs "Kopf-Kino" laufen, sehe und fühle ich mehr, als man in 1000 Worten ausdrücken kann. Das Allerschönste dabei ist, dass ich mich in kaum einer Szene dieses Filmes alleine sehe. Über all die Jahre standen mir wunderbare Menschen zur Seite. Menschen, die mich an der Hand nahmen, Menschen, die den Weg mit mir gingen und Menschen, die mir den Weg überhaupt begehbar machten. Ich habe in Euch Freunde gefunden und Ihr seid zu meiner Skifamilie geworden, die dem Skifahren Sinn und Herz gibt.
Wäre ein Rücktritt vom Rennsport gleichzeitig ein Abschied von Euch, so könnte ich diesen Schritt nicht tun.
Es ist jedoch lediglich der Abschied vom Wettkampfsport, und daher fällt mir der Entscheid um vieles leichter, meinem Leben eine Wende zu geben.
So ein Entschluss ist vermutlich nie nur richtig oder nur falsch. Aber ich fühle, dass der Zeitpunkt stimmt.
Ich durfte in meiner kleinen, bescheidenen Laufbahn einzigartige Erfolge mit Euch feiern. Der 4. WM-Platz von St. Anton und mein (unser) Sieg in Lienz sind unvergesslich. Während den letzten zwei Jahren habe ich meine hohen, aber realistischen Ziele dann nicht mehr erreichen können. Zum Weiterkämpfen hätte ich Resultate gebraucht, die neu motivieren und einen kleinen Lohn für den Aufwand symbolisieren. Die blieben leider auch in den letzten Rennen aus. Daher reifte in mir das Wissen, dass mir gewisse Grenzen gesetzt sind, dass ich mich dessen aber nicht schämen brauche. Und die Lust wurde grösser, ganz andere Dinge anzupacken.
In mir weckt sich nun die Vorfreude auf neue, bis jetzt unbekannte Herausforderungen.
Um mich ein wieder ein bisschen auf "Kopfarbeit" einzustimmen, steht auf meinem Plan zu allererst ein vier-wöchiger Sprachaufenthalt in Siena, Italien. Ds Chüelschrankmannli wär zwar viel lieber nach Schweden gefahren zum schwedisch lernen, aber ich hab's doch umstimmen können... :o)
Was dannach kommt und in welche Richtung ich mich weiterbilde und eine Arbeit finde, kann ich noch nicht sagen. Ich vertraue auf Türchen, die sich vielleicht öffnen und auf Gelegenheiten die man auf sich zukommen lassen kann.
Ich werd vielleicht das Hintergrundbild dieser Page wechseln müssen..., aber ich würd' unsere Page liebend gerne aufrecht erhalten. Ich hätte noch tonnenweise Fotos von diesem Winter, die ich Euch zeigen will. Und von Siena gibt es bestimmt auch viel zu erzählen, wenn ich Mitte April runter reise.
Es ist bestimmt kein Nimmerwiedersehen, und darum freue ich mich auf jede Zeile von Euch im Gästebuch.
Schön, dass Ihr in meiner Zeit als Rennfahrerin für mich da ward!
Und schön, wenn Ihr auch jetzt noch da seid, wenn ich Fan sein werde vom Skisport wie Ihr.
Passt auf Euch auf,
und mit herzlichem Gruss,
Lilian
und ds Chüelschrankmannli
PS: Die Schweizer Meisterschaften fahre ich natürlich noch. Die sind heuer in Les Crosets, Unterwallis und wir fahren am 25. März den Riesen und am 27. März den Slalom. ...Wär sicher toll zum Zuschauen, weil man von überall an den Rennpistenrand ran kommt. Und am Freitag ist in Davos die 2. Nuit Blanche vom Skiverband. Wenn Ihr nicht weit weg wohnt und mal hautnah die verschiedenen Wintersportler erleben wollt, so müsst Ihr unbedingt nach Davos kommen. Wir Skifahrer fahren einen fetzigen Parallelslalom im Ausscheidungs-System. Die Boarder zeigen in der Halfpipe, was sie können, und letztes Jahr waren die grösste Attraktion die Akro-Sprünge der Freestyler. Ein grosses, offenes Skiverbandsfest für alle. Soli, Häbet Sorg!
Lilian
21. Februar 2004
- heya til Are
Hallo zämu,
Ungemuetliches Internet-Cafe, wenn man stehen muss. Erstmal muss ich mir einen Stuhl an diesen Compi schieben. Ich befuerchte nämlich, dass ich eher lang hier verweilen werde, wenn ich wirklich alles nachliefern will, was ich in den letzten unzähligen Wochen nicht geschrieben habe...
Uff, lange her seit Lienz - und viel gereist, viel gesehen und viel passiert.
Jenste Hotelzimmern standen mir seither zur Verfuegung, um mit geuebten Handgriffen in wenigen Sekunden meine gewohnte Unordnung zu rekonstruieren. Und aus vielen dieser Skiorte habe ich ein Geschichtlein fuer "spätere nostalgische Stunden" mitnehmen können... :o) Skiorte wie Brigels, Graubuenden - Davos, kennt hoffentlich jeder - Grächen, Wallis - La Plagne in Frankreich - Roccaraso in Italien... nur unglaubliche 150 km von Rom entfernt in den Abruzzen!, Abetone Ita, ...nicht unbegruendet mittlerweilen umbenannt worden in AQUAtone..., Maribor, Garmisch, Zwiesel, ect. ect...
Die erbauensten Resultate seither waren meine zwei Siege in den Europacup-Riesen von Roccaraso, und, stellt Euch vor...: dass ich im Slalom allmählich wieder Lebenshauch gefunden habe. Da sind meine anfänglichen 64 Slalom-FIS-Punkte auf jetzige 16 Punkte zusammengeschmolzen. Aber untersteht Euch, mir deswegen zu gratulieren. Das ist immer noch Meilenweit von "Weltklasse" entfernt, und langt realistischerweise noch nicht einmal fuer ein Startnummer in dem erstem 60 im Weltcup. Halt immer noch eher bescheiden, doch ich spuer trotzdem ein bisschen Stolz im Ruecken... :o)
Soli, Mittagessen in Are ruft. Dannach ruft der Super-G im Fernseher, irgendwann Kondi mit der Rennvorbereitung und dann ein stiller Abend, um sich gut auf morgen vorzubereiten.
Ich hoffe, ich darf trotz langer Sendepause ganz fest auf Euer Daumendruecken fuer das persönlich wichtige Rennen von morgen hoffen.
Lieben Dank Euch allen!
Ein wunderbares Wochenende, kraftspendende Stunden daheim und passt auf Euch auf.
Mit liebem Gruss aus Are,
Lilian
Lilian
9. Dezember 2003
- Riesenslalom in Alta Badia!
Nach langem Hin-und-Her ist heute definitiv von der FIS entschieden worden, dass wir Frauen den Riesenslalom, der im Tschechischen Spindler-Mühle nicht ausgetragen werden kann, am Samstag in Alta Badia fahren werden.
Alta Badia - wow!
Der Hang, der als echter Herren-Klassiker gilt - sozusagen das Kitzbühel des Riesenslalom. Erst einmal ist auf dieser Strecke ein Frauenrennen gefahren worden. Das war so viel ich weiss 1994.
Und nun darf ich auch drauf! Das ist wie die plötzliche Erfüllung eines untergründigen, vielleicht sogar unterbewussten, Traums. Schwer zu erklären, aber ich freu mich ungemein auf diese Möglichkeit.
Zur Zeit sind wir auf einer bestens hergerichteten Kunstschneepiste in St.Vigil im Südtirol am trainieren. Wir durften uns hier den Italienerinnen anschliessen, und können vom Vergleich mit Denise Carbon, Silke Bachmann, Nicole Gius und all den Mädchen wieder toll profitieren. Da noch nirgends richtig viel Schnee liegt, werden eventuell auch die nächsten Rennen wackeln oder irgendwo anders hin verlegt werden. Für unsere Coachs in Sachen Planung nächstens wohl nicht sehr einfach. ...Also, falls Ihr irgendwo Schneewolken seht, die im Anzug sind, bitte nicht wegschicken...!
Soli, ich wünsch Euch eine ganz feine Überraschung in Eurem morgigen Adventsfensterchen und einen wunderbaren Tag.
Mit ganz liebem Gruss aus dem Südtirol,
häbet Sorg,
Lilian
Lilian
29. November 2003
- 17. in Park City
Haloo zämu
Ein 17. Platz
...und für mich wie 100 Weltcup-Punkte!
Ein Coach hat gestern zu mir gesagt, er hätte den Stein, der mich bis gestern bedrückt hat, mit mir im Rennen die Piste runterrollen hören. Womit er einerseits wohl auch sagen wollte, dass man meiner Fahrt angesehen hat, dass erstmals vorallem Durchkommen die Parole war. So richtig beherzt waren die zwei Läufe tatsächlich noch nicht. Doch wer mich kennt, weiss, wie ungemein wichtig für mich dieser 17. Platz und erste Weltcup-Punkte waren. Das Leiterlein steht wieder an einer Mauer!
...und der Stein liegt und bleibt jetz hier in Park City, während ich morgen früh ohne ihn wieder heimfliegen darf. So ein wunderbares Gefühl!
Ganz herzlichen Dank fürs unaufhörliche Mitfiebern,
und gestaltet Euch ein wunderbares Wochenende daheim - mit Adventsvorbereitungen, irgendwo im Schnee oder bei sonst was Schönem!
Einen letzten lieben Gruss aus Park City,
und häbet Sorg!
Lilian
PS: Warnung, die hier in Park City hängt!.... :o)
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Lilian
27. November 2003
- ...ein blaues Kinn
Haloo zämu,
so blitze'gschwind vergeht die Zeit, dass wir mittlerweilen schon nicht mehr in Colorado, sondern seit gestern bereits in Park City sind. Und ich habe noch gar nichts von unserem wertvollen Training hier drüben mit Euch geteilt... Könnten Amerikas Tage weniger Stunden haben als unsere daheim?..
Waren wohl meine zwei Bücher zu spannend? (Der menschliche Makel von Philipp Roth und América von T.C.Boyle - übrigens beide zum Weiterempfehlen!..) Oder hat uns das Selber-Kochen wirklich soviel Zeit geraubt, dass ich unsere Page noch nicht weiterbestückt habe...?
Well, egal was schuld ist, jetz gilt es keine Zeit mehr zu verlieren. Jetz will ich mal ein bisschen was erzählen:
Einmal mehr war das Training für uns auf Colorados Kunstschnee sehr wertvoll. Über unserem Trainingsgebiet hat es zwar noch in keinem Jahr so viel schlechtwetterverhangenen Himmel und weihnachtsähnliche Niederschläge gezeigt wie heuer, doch das hat unseren Fahrplan kaum gestört. Dank unseren super Coaches, die ständig vorbereitet waren und uns bei zuviel Neuschnee in Copper Mtn auch mal ins Trainingsgebiet von Loveland zum Mitfahren mit der deutschen Mannschaft verhandeln konnten o.ä., haben wir immer beste Bedingungen vorgefunden zum Riesen oder Slalom fahren.
Slalom!! apropos Slalom! Die Kummer hat sich mal wieder in einen Slalom gewagt... Trainiert hab ich den "Zickzack" ja eigentlich durchgehend - aber nun kam letzten Sonntag die Nonplusultra-Gelegenheit, in Breckenridge einen FIS-Slalom zu bestreiten - oder besser gesagt von ihm bestritten zu werden... aber dazu später...
Auf jeden Fall stieg ich ein bisschen mulmig und mit der Ausgangslage Startnummer 57 (und um die 61 FIS-Punkte) in das Slalom-Rennen, und kam dann zwei Läufe später mit Rang 24 (und mit genau 41.95 FIS-Punkten) als kleine persönliche Siegerin daraus wieder hervor... ok,ok, das soll man nicht überbewerten, aber für mich war das schon tiptop, ...so für's erste...
Was mir weniger gefallen hat, ist, dass mich seit dem zweiten Lauf jenes Slaloms mein Spiegelbild ständig wieder an genau jenen Slalom erinnert. Womit wir beim Thema "bestritten worden" wären... Hat mich doch nicht eine Stange dermassen zurückgehauen, dass ich nun quer über die rechte Oberlippenhälfte und die rechte Kinnhälfte grün und blau angelaufen bin... Ich kann andererseits aber denkbar froh sein und von viel Glück sprechen, dass es mir dabei nicht auch noch grad einen oder zwei meiner Zähne abverlangt hat! Also Schwamm drüber und nicht mehr lamentieren!
Soli, und somit zu dem Teil, den ich jetzt unbedingt mit Euch teile möchte! Wo die Lili ist, ist ihre Pentax ..autsch! was?..ah ja, und natürlich auch ds Chüelschrankmannli... nicht weit, und hier gibt's für Euch wieder einen Querschnitt durch die vielen Fotos, die mir eines Tages als schöne Erinnerung bleiben werden.
Viel Spass!
Passt auf Euch auf...
und bitte Daumendrücken am Freitag...
und bis bald,
Lilian
und natürlich ds Chüelschrankmanndli
Lilian
27. Oktober 2003
- ...im hohen Bogen
Das erste Weltcup-Rennwochenende in Sölden ist vorbei - und das war ja mal wieder ein Winterstart der Weltklasse! (ps:...ich red jetzt mal zwei Absätze lang noch nicht von mir und meinem Rennen...)
Die Sonne kam rechtzeitig auf den Samstag hinter den entleerten Schneewolken hervor, die Landschaft trug das Kleid "Schnee Pur" und vom Thermometer zeigten sich echte minus-17-Winter-Grad!
Ich kann mich bis heute nicht entscheiden, wessen Skifirmen-Mitarbeiter die leuchtensten Augen hatte, dort oben auf dem Rettenbachgletscher. Am ehrlichsten war wohl jener, der gesagt hat, dass die Schneedecken bis tief ins Land für seine Firma puuuures Gold seien. Das kann ich auch nachvollziehen. Hätte ich nicht schon zwei, drei Paar Skis, würd ich grad in den nächsten Laden laufen, und mir ein richtig fetziges Paar Völkl Supersport, die 6*, ergattern, bevor es keine mehr hat. (!) Ihr nicht???! ....haben Euch die Bilder am Wochenende nicht vom Stuben-Hocker in den Schnee gerissen?... :o)
...apropos, ich hätt auch noch ein paar Fotos, wenn jemand noch nicht genug Sölden gesehen hat. Beim Herrenrennen am Sonntag bin ich extra für Euch mit der Kamera ein wenig auf die Pirsch gegangen... Ihr wisst ja jetzt, wo Ihr meine Alben findet... -> Bilder -> Saisonauftakt Sölden :o)
Sooli, nun noch zum eigentlichenThema: Lili Kummers Saisonauftakt.
Dieser Teil der News fällt heute eher kurz aus, aber das wissen die meisten von Euch ja schon.
Kurz nach der Zwischenzeit hat mich die Söldener-Piste im hohen Bogen abgeworfen. Das macht mich, auch zwei Tage danach noch, ein bisschen "grantig" und ich bin schon jetzt erpicht auf meinen nächsten Einsatz. Leider erst in vier Wochen in Park City. Aber da kann noch so viel Zeit dazwischenliegen, ich bin jetzt mal Elefant und vergesse nicht, dass ich mich in den USA für den unsanften Abwurf revanchieren will....
In der Zwischenzeit werden wir nochmals vier Tage irgendwo in Europa trainieren, am 12. November in die USA fliegen, zwei Wochen in Colorado trainieren und dann kurz vor dem 28. November nach Park City reisen. Aber ich möcht Euch schon zwischendrin noch ein, zwei mal informieren, wo und wie's drunter und drüber geht in unserem Team... :o)
Derweilen wünsch ich Euch, dass es für Euch noch ein Paar solche Völkl Supersport 6* im Regal hat.... :o) und dass Ihr Euch jetzt wie ich so richtig auf den Winter freut .....auch wenn ich glaub eine Ausnahme kenne, gäll Christoph... ;o)
Wunderbare Zeit
und häbet Sorg,
Lilian
Lilian
22. Juni 2003
- ... mehr als 1000 Worte
Stelvio, Juni '03
Lilian
- Season 2003/04 ahoi !
Das glaubt kein Mensch! Seit Wochen schau ich regelmässig auf dieser Seite vorbei, und nie sind da News zu lesen! Nicht vom Chüelschrankmannli, nicht vom Holzwurm - von niemanden. Mach ich das halt auch noch selber....
-
Ok, ich seh schon. Ihr lasst Euch nicht einlullen - ...ich nehm alles auf mich.
Vorneweg kann ich Euch sagen: Ich hab eine tolle Skifreie Zeit gehabt.
Zwar hat es mich heuer nirgendwo hin in die Ferien gelockt, doch dafür habe ich das Daheim-Sein in den letzten 2 Monaten umso mehr genossen. Wen wundert's auch, nun, da ich endlich meine "neuen" vier Wände auf der Riederalp einleben durfte. Die kleine Zurückzieh-und-Füssehochlege-Höhle ist richtig schön geworden. Das einzige, das jetzt noch stört, sind die vielen Wochen auf dem Kalenderblatt, wo Saas-Fee, Zermatt, Stelvio, Pitztal und Passo Tonale draufstehen. In denen Wochen darf ich nicht daheim sein....
Und da wären wir auch schon bei dem, was Euch vermutlich wirklich interessiert, gell. Stichwort Stelvio. Da sitz ich im Hotel Thöni auf einem grossen Bett, und schreib Euch diese Zeilen. Am Montag hat hier unsere Skitrainingssaison 2003/04 begonnen. Dem voraus gingen bereits zwei Kondi-Wochen mit dem Team. Die eine Ende Mai in Magglingen und die andere vorige Woche in Nottwil. In Nottwil steht das bekannte Paraplegiker-Zentrum. Dort hat u.a. auch Silvano Beltrametti nach seinem furchtbaren Unfall viele Monate verbringen müssen, bis er sich grösstenteils wieder selbstständig durch den Alltag bewegen konnte. Für unsere Kondi-Woche sind wir von diesem Zentrum eingeladen worden und haben dort eine endrückliche Woche erlebt. Einen Nachmittag lang hat man uns mit dem Rollstuhl vertraut gemacht. Was aber mit Sicherheit nicht heisst, dass man dadurch auch wirklich nachfühlen kann, wie sich Im-Rollstuhl-Sitzen für einen betroffenen Menschen wirklich anfühlt.
Mit vorhandener Rumpfmuskulatur und mitschwenkenden Oberschenkeln geht für uns vieles sehr einfach. Und es hat - zugegeben - sehr viel Spass gemacht, im Stuhl gegeneinander Staffetten zu fahren, Gleichgewichtsübungen zu machen oder richtiges Rollstuhl-Baskettball zu spielen. Der absolute Höhepunkt war, dass uns beim Baskettball der Weltklasse-Athlet des Rollstuhlsports, Heinz Frei, Gesellschaft geleistet hat. Ich habe grad heute mit grosser Freude erfahren, dass Heinz Frei diese Woche an der EM in Holland über 800m die Gold-, und über 10'000m die Silber- und über 5'000m die Bronze-Medaille geholt hat! Das ist grossartig. Noch grossartiger empfinde ich Heinz aber als Menschen. Ich werden nie mehr vergessen, wie mir Heinz im letzten Winter - ohne, dass er mich bis dahin gekannt hat, ausser über einen gemeinsamen guten Freund - nach dem WC-Rennen von Bormio persönlich ein SMS geschrieben hat, um mich aufzumuntern. In Nottwil durfte ich ihn nun auch persönlich kennenlernen.
Geärgert hat mich nur, dass er in der gegnerischen Mannschaft mitgespielt hat, und kaum habe ich mal wieder den hart erkämpften Ball im Stuhl auf meinen Knien gehabt und in Richtung Korb chauffieren wollen, hat der mir doch mit Sicherheit den Ball schon wieder weggehauen, oder mir den Weg zu meinem Ziel abgeschnitten gehabt! Und eines muss ich ja auch noch erwähnen. Der Korb häng im Fall grausam hoch, wenn man so tief sitzend werfen muss... Soll heissen, wir haben die Partie leider verloren....
Well, jetzt ist also wie gesagt auch unser "Ernst des Lebens" hier auf dem Stelvio wieder losgegangen. Und wie immer im Sommer auf den Skis, ist das Schwerstarbeit für meinen Wecker. Um 5.10 muss der schon läuten. Und das nämlich sooo kräftig, dass ich dann auch aufstehe. Drum hat er mich jetzt schon zwei mal ganz schief angeschaut, um mich endlich dazu zu bewegen, ins Bett zu gehen - ! Und jetzt grad nochmal ! Habt Ihr's gesehen??
...na dann, geb ich halt nach....
Schlaft gut, alle Ihr glücklichen im trauten Daheim,
und häbet Sorg,
Bis bald, Lilian
Lilian
3. September 2002
- Werbewoche in Zermatt
Hallo zäme,
Es ist schon weit fortgeschrittene Stunde.... ;o) Wir waren heute Abend von unseren tollen Swiss-Ski Sponsoring-Partnern im Bergrestaurant auf dem Hannig oben eingeladen zum Nachtessen. Es war der wunderschöne Abschluss eines langen ersten Shooting-Tages.
Da das Wetter nicht nach unserem Sinn mitspielte, und wir nicht auf den Gletscher hoch konnten, wurden die Indoor-Aufnahmen vorgezogen.
Zuallererst stand aber das lang ersehnte Highlight an: Der Vorhang ging auf für unseren neuen Renndress. Oder besser gesagt, der Vorhang ging auf für einen Auftritt der besonderen Art von Mike von Grüningen.
Zum heissen Song von Joe Cocker "You can leave your hat on..." führte Mike uns allen eine einzigartige "Stripshow" vor. Vorerst eingehüllt in den, mittlerweilen uralten, Kodak-Renndress. Wie ein Strip-Profi schälte er sich aus diesem roten Kleid. Zum Vorschein kam der legendäre, geliebt-gehasste Käsedress. Ein bisschen Spiel mit dem Reissverschluss, ein paar Heisse Blicke, entledigte er sich auch dieses gelben Kleidchens. So stand er da im bisher schönsten Dress, dem seit heute ehemaligen Swissair-Dress mit den dynamischen Flaggen.
Verfolgt von gespannten Blicken ein weiteres Spiel von Mike mit dem Reissverschluss, ein kleiner Einblick schon mal auf die Schulterpartie, endlich ein Arm, den er sich entblösst, und dann endlich....
Und nun will ich ihn auch Euch nicht mehr länger vorenthalten.
Voilà ! das ist er: Unser neuer Renndress, kreiert von unserem Hauptsponsor SWISSCOMMehr dazu dann lieber später bzw. morgen...
C U soon, same domaine...
Lilian
Lilian
10. September 2002
- Leistungstest in Zürich
Hallo zäme,
uff! Einer der zwei unliebsten halben Tage ist mal wieder vorbei: der Leistungstest in Zürich.
Um 7.30 Uhr gings los.
Zuerst jenste medizinischen Kontrollen inkl. Blutabnahme, Puls-, Blutdruck-, Gewichts-, Fettmessung usw... Das geht ja noch. Da muss man ja nicht dazu schwitzen... ausser, wenn die Waage plötzlich soviel mehr anzeigt... ;o)
Aber dann ging's gleich zur Sache. Ab zur Sprung-Messplatte! Auf jener wird unsere Sprungkraft in maximaler Sprunghöhe und die Sprungleistung in Kilo-Watt gemessen. Dazu braucht die Messplatte von mir ein paar Einbein-Sprünge, zwei Arten von Beidbein-Sprüngen plus eine Serie Sprünge 15 sek. lang und nach einer Pause eine Serie 45 sek. lang.
Der happigere Teil des Testtages erfolgt auf dem Ergometer, wo dann meine Ausdauer getestet, bzw. mit den Worten von unserem Team-Arzt: "Das ist wohl nicht deine Lieblingsdisziplin, gell", entlarvt wird...
Während ich fortlaufend pedale, nimmt die Wattleistung des Ergometers in regelmässigen Zeitabständen immer ein bisschen zu.Zwischen jeder Stufe wird mir am Mittelfinger Blut abgenommen, um meinen Laktatwert zu ermitteln.
Gleichzeitig muss ich anhand der Borg-Skala angeben, wie sehr locker - locker - ein bisschen Hart - Hart - Sehr Hart - Sehr SEHR Hart - oder LASSTMICHENDLICHHIERRUNTER! ich die jeweilige Stufe empfinde... Und nach knapp einer Viertel Stunde ist der ganze Spuk vorbei.
Am ärgerlichsten ist dann jeweils, wenn ich, endlich runter von dem Velo, das Gefühl hab: äh, da wär doch noch viel mehr dringelegen... Ja, ja, kann dann jeder sagen!
Aber überhaupt kein Grund zum Jammern. Heute Abend zeigt sich nämlich grad schon wieder die (schöne) Kehrseite der Skifahrerinnen-Medaille. Die Organisation der WM 2003 St. Moritz hat uns in die Zürcher In-Bar "Kaufleuten" eingeladen, wo erstmals der WM-Song vorgestellt wird.
"Let's come togheter" heisst der Song, den DJ Bobo eigens für den tollen Grossanlass aufgenommen hat. Ich bin schon sehr gespannt auf die Melodie, die in uns grosse Power freisetzen wird.
Einen wunderbaren Abend wünsch ich Euch!
Häbet Sorg und bis bald,
Lilian
Lilian
19. Oktober 2002
- Abgabetag - Unsere Weihnacht Mitte Oktober
Hallo zämu,
Einen Knall hat's getan, und der Trainingssommer 2002 ist vorbei! Mir scheint diese intensive Zeit noch schneller rumgegangen zu sein, als andere Jahre. Und auch wenn das Wetter heuer oft ein bisschen gegen uns gespielt hat, scheint mir, wir seien in grossen Schritten vorwärts gekommen.
Plöffsack, gell... - aber drückt mir bitte die Daumen, dass das erste Rennen nächsten Samstag meinem Gefühl auch recht geben wird... :o)
Den genauen Schnitt zwischen Trainingszeit und Rennsaison machte bei uns heute wieder einmal der Abgabetag - unsere Skifahrer- Weihnacht mitten im Oktober.
Das Fassen der neuen Rennkombis und der neuen Descente-Winterjacken, das sich Ausrüsten lassen mit neuem Helm, neuen Brillen oder Reusch-Handschuhen - all das kitzelt schön langsam wieder die Rennfahrer-Nerven in mir. Nur noch 7mal schlafen...
Genauergesagt vorerst mal 4mal zu Hause schlafen. Am Mittwoch geht's dann wieder nach Sölden.Letzte Woche trafen wir auf dem Rennhang bereits sehr gute Bedingungen an. Zu unserer Überraschung auch mal wieder pickelharte Pisten. Die zwei Trainings zuvor ist es auf den Gletschern im Pitztal ziemlich weich gewesen.
Apropos, ich hab noch ein Bild für Euch. Mich hat's vor zwei Wochen im Pitztal mal wieder im hohen Bogen in den Schnee geworfen. Dabei hat dann mein Schii ganz arg Schaden davon getragen...
Sonst blieb aber alles heil. Ihr wisst ja; Unkraut vergeht nicht...
So long, machet's güed und häbet Sorg.
Bis bald üs Sölde,
Lilian
Chüelschrankmanndli
19. Oktober 2002
- ds Chüelschrankmanndli hat Euch was zu erzählen
Halooo, ich bins, ds Chüelschrankmannli,
juhuiii, juhuiii, die Schwe... die Schwe..dinnen sind hier. Da wo die Lili diese Woche auch trainiert. In Sölden sind wir glaub oder soo.. Isch ja au gliich - aber die Schwedinnen sind auch da!! Und wisst ihr was, meine Physio ist noch viel wunderschöner als irgendwie das letzte mal!
Und Lilian hat mir schon gesagt, ich solle nicht so aus dem Häuschen sein, und dass ich sie jetzt wieder ganz oft sehe, weil die neue Saison wieder los geht. Juhuiii - wurde auch Zeit, würd ich sagen, oder?!
Was isch? Aha..ehm.. ich muss noch andere Sachen erzählen, sagt Lilian. Sonst will sie selber wieder. Aber das war schon grad das Wichtigste, oder?
Also die anderen Sachen.
Ich soll Euch mal fragen, ob jemand von Euch Freude daran hätte, die ersten Rennen in Sölden voll live mitzuerleben. (Da könnt ich Euch dann die schönste Physio zeigen! ehm..sorry.)
Also, die Rennen sind am 26./27. Oktober. Am 26. ist der grosse Tag für Lilian - und mich als Glücksbringerli - beim 1. Damen-RS der neuen Saison.
Am 27. dann der Herren-RS auf dem selben Hang. Lilian sagt, dass diese Rennen zum Zuschauen ideal seien. Der Zielraum ist unkompliziert mit Auto oder Bus zu erreichen, und von da aus sieht man auch als Nicht-Skifahrer praktisch den ganzen Rennhang und erlebt garantiert das Rennen mit seiner ganzen Spannung mit.
Der Skiclub von Lilian, bzw. der Präsident des Ski- und Sportclub Riederalp hat ein ganz interessantes Angebot:
2 Tage Sölden mit Hinfahrt nach Sölden am Freitag, Übernachten in einem tollen Hotel in Sölden und dann natürlich 2 fetzige Tage Skirennen und super Unterhaltung im Zielraum. Am Sonntag, nach dem Herren-Riesenslalom geht's dann mit dem Bus wieder heim. Der Bus fährt von Mörel weg. Einsteigen kann man aber auch irgendwo unterwegs auf der Strecke Brig - Lötschberg - Bern ect..
Kosten tut das 220 Franken pro Person.
Zum Anmelden kann man sich bei Herrn Urs Schirmer auf der Riederalp melden. Tel. +41 (27) 927 28 14.
Oder unter der email: urs.schirmer@freesurf.ch
phuu.. das war jetzt aber streng, das alles schreiben. Glaub, ich muss mal ein Päuseli machen. tschüss zäme...
ds Chüelschrankmannli
Lilian
28. Oktober 2002
- WC in Sölden - Enttäuscht
Halle zäme,
keine Frage - ich bin enttäuscht. Dieses erste Rennen, auf das hin ich mir soviel vorgenommen hatte, hab ich verbockt.
Viel zu vorsichtig und zahm bin ich da runter gefahren. Wo ist wohl meine Frechheit geblieben, die ich mir diesen Sommer im Riesenslalom antrainiert habe?
Anderseits oute ich mich jetzt vielleicht als schlechte Verliererin. Aber das Rennen gestern war für uns Athleten von vorn bis hinten keine echte Kräftemessung. Die böenartigen Winde haben aus dem ersten WC-Rennen der Saison eine Lotterie gemacht. Wie wenn man einen Farbfotowettbewerb macht, aber an ein paar Teilnehmer nur Schwarzweiss-Filme verteilen täte...
Es tat weh, als Athlet zuschauen zu müssen, wie ,selbst im zweiten Lauf noch, eine Fahrerin im Schneegestöber nicht mehr erkennbar war, eine andere überhaupt keinen Wind abbekam oder eine dritte teilweise mit dem Wind ins Ziel getragen wurde.
Hingegen verstehe ich als Skifahrerin auch, dass wir keine andere Wahl hatten, als das Rennen durchzuführen. Für unseren Skisport wäre es keine gute Werbung gewesen, schon das erste Rennen abzusagen - noch dazu bei solch strahlendem Wetter. Und vorallem die Zuschauer daheim vor dem Bildschirm hätten das nur schwerlich begreifen können. Daher bleibt mir wohl nichts anderes, als Frieden zu schliessen mit dem Samstag und zu akzeptieren, dass auch solche Renntage zu unserem Outdoor-Sport gehören.
Daneben zählt ja auch viel, dass unsere Zuschauer solche Tage geniessen! Und für all jene war's ja glaub wirklich Spektakel pur.
Einen Dreifach-Sieg hat es, soviel ich weiss, in der ganzen Skigeschichte noch nie gegeben!
Ich hoffe natürlich auch, dass meine 50 Unterstützer vom Skiklub Riederalp den Ausflug nach Sölden genossen haben. Es war toll, sie alle beim Rennen dabei zu haben. Und ich danke allen, die mir, sei's in Sölden oder zu Hause, per Daumendruck ein bisschen mehr Glück und Erfolg gewünscht hätten.
C U soon, und häbet Sorg,
Lilian
Lilian
8. November 2002
- let's go to the USA
Hallo zäme,
soli, ich bin glaub langsam eingestimmt für unseren USA-Tripp...
Gestern Vormittag gegen 11 Uhr durfte ich auf dem Flughafen Kloten meinen Bruder abholen. Er kam von einer drei-wöchigen Amerika-Reise nach Hause und hatte schampar viel zu erzählen. Er war an der West-Küste und ist mit seiner Begleitung ca. 5000 km abgefahren.
Ich werde zwar nicht all die imposanten Naturparks und interessanten Städte besuchen können, von denen er berichtete. Aber schon allein den amerikanischen Charakter daraus zu hören, stimmte mich ein. Nochdazu und als i-Pünktchen auf den geistigen Voraus-Tripp in die Staaten, führte uns der Zufall dann auch noch durch die Tür des Starbuck-Cafés in der Stadt Zürich.
Ich mag diese Läden. Und wenn ich mir das so überlege, mag ich sie noch mehr, wenn sie in der Schweiz sind. Trotzdem werd ich wohl Sonntag abfliegen müssen...
Unser Flug wird also am Sonntag un 10.40 abheben. Und ich hoffe schon mal, dass die ganzen Sicherheits-Checks und Warte-Schlaufen nicht mehr so gross sein werden wie noch im Februar beim Olympia-Tripp...
Ich wünsch euch einen schönen Abend! Take care und bis bald,
Lilian
Chüelschrankmannli
17. November 2002
- Die wollte Euch ein Rennen verschweigen!
Hallo zämu, ch bin's - s'Chüelschrankmannli.
Dieses mal habe ich zu Lilian gesagt, muss sie ein Föteli von mir machen, damit dann niemand mehr fragen muss: Wer ist eigentlich das Chüelschrankmannli!
Ich bin das arme Tüfeli, dass immer den Kopf hinhalten und schreiben muss, wenn Lilian schon lang nicht mehr geschrieben hat... auaa!! - langsam bin ich schon richtig gut im "Adlersystem-spiid-schreibstil", gell...
Lilian sagt, ich soll vorallem schreiben: Unsere Reise sei so gut verlaufen, dass es fast langweilig gewesen wäre, darüber zu schreiben... Immer diese Ausreden!
Seht Ihr, darum hab ich mich jetzt mal an den Compi gesetzt. Dann wird die ganze Sache eh viel ehrlicher, als wenn Lilian selber schreibt...!
Sie wollte Euch nämlich verheimlichen, dass sie am letzten Donnerstag ein Schirennen gefahren ist. Das Rennen hiess NorAm-Rennen. Glaub, das ist so was änliches wie unser Europacup - einfach mit der abkürzung für Nordamerika... Schlaue Cheib, das Chüelschrankmannli, gäll!
Jedenfalls wollte sie nicht erzählen, dass sie da nur 15. wurde. Kein Wunder auch, wenn ich Glücksbringerli daheim bleiben musste, weil ich ...ähm..verschlafen hatte.. Item, als sie nach Hause kam, hat sie mir dann erzählen wollen, dass sie im zweiten Lauf im Steilhang nach einem Fehler sich überdreht habe und stillgestanden sei. Das kann dann jeder erzählen, gell? Aber ich glaube, ein bisschen war war es trotzdem, weil Andi, Lilis Trainer, mir das auch so erzählt hat.
Aber sie soll ja nicht auf Mitleid machen, finde ich.
Da ist Fränzi schon schlimmer dran gewesen. Fränzi tut mir leid. Die ist im ersten Lauf voll mit dem Kopf in ein Tor gedonnert. Jetzt sieht sie voll aus wie der Harry Potter. Der hat doch auch so einen Blitz auf der Stirne, gell... :o)) (nid bös sii, Fränzi...)
Ansonsten ist das Training hier schon komisch. So gar nicht wie sonst daheim. Die müssen immer so früh auf die Piste. Meistens schon um 6 oder halb7 Uhr. Darum verschlafe ich eben auch ab und zu... Dafür kommen die dann schon um 9 - halb10 Uhr wieder zurück.
Lilian hat mir mal erklärt, dass sie dann die Piste für die Touristen freimachen müssen. Aber nur 3 Stunden Training, ist das echt genug? Lilian hat gesagt, auf der Höhe hier (3200 m.ü.M) sei das gut so. Das Rennen war sogar auf 4000 m.ü.M - in Loveland. Was für ein schöner Name - und ich nicht dabei!
Jedenfalls, daneben stehe ja noch Kondi auf dem Programm.
Das tolle am Training im November in Amerika ist, dass wir hier in heimeligen Appartements wohnen, und nicht wie sonst in Hotels. Nur schade, dass Fränzi, Birgit, Marlies und Lili fast immer hier rumsitzen und hier kochen und essen. Sonst hätt' ich mal sturmfreie Bude und könnt ein paar Leute einladen... janu!
Und die Gegend hier! Einfach traumhaft! Alles schon voll in Schnee getaucht. Da kann ich mich so richtig austoben. Und die Girls mögen die Hänge und die Schneeverhältnisse glaub auch. Auch kein Wunder, wenn man morgens die Berge für sich hat, gell.
Leider sind wir nur noch heute richtig hier. Heute Abend muss ich meine 7 Sachen und Lilian ihre 70 Sachen packen.
Morgen geht das Reislein nämlich weiter nach Park City. Da gilt's dann für mich auch bald wieder ernst. Da muss ich dann wieder Schwerstarbeit als Glücksbringerli tun!
Soli, mein Adlersystem wird müde. Ich hab' Euch ja auch ganz viel erzählt, oder? Jetzt wird mir eh Lilian noch eine Standpauke halten, dass ich das mit Ihrem 15. Rang erzählt habe. Aber ich finde, Ihr sollt das schon wissen, oder?...
Tschüssssli zäme,
ds Chüelschrankmannli
Chüelschrankmannli
26. November 2002
- Ich bin am Meilen sammeln...
Hallo zaemu,
Da bin ich wieder. Aber nicht mehr aus Amerika, und auch nicht aus der Schweiz, sondern schon wieder aus einem anderen Ecklein Welt, dass wunderbar winterlich verschneit ist.
Am Samstag morgen hat mich ein Flugzeug in Kloten abgesetzt. Aber schon gestern mittag musste ich wieder in so eines einsteigen. Langsam wachsen mir selber schon Fluegeli... mir bravem Kind... :o)
Eigentlich koennte ich ein Ratespiel draus machen: Ratet mal, in welchem Land ich jetzt bin. Familienmitglieder und zu-gut-Informierte sind vom Wettbewerb ausgeschlossen... ;o) Na?
The answer ist .....drummmms...: Norway!
Wir haben uns hier oben unserem Schweizer B-Team anschliessen duerfen, dass bereits seit zwei Wochen da am Trainieren ist. Hier oben ist diese Tage der Start der Europacup-Rennen.
Zwei Super-Gs sind bereits ueber die Buehne gegangen, die beide Corinne Imlig gewinnen konnte. Eine super Leistung!
Gestern und heute fanden in Åre (SWE) drueben die ersten zwei Slaloms statt, und am Donnerstag und Freitag sind werden hier in Ål zwei Riesenslaloms sein, an denen wir mit am Start sind.
Wir heisst unter anderem auch Erika Dicht und "unsere" sagenhafte Riesen-Siegerin aus Park City, Birgit Heeb. Da sie seit ich denken kann mit uns Schweizerinnen mittrainiert, war das fuer uns wie ein Schweizer Sieg! Nid fuer ungued, Liechtestei... ;o)
Zudem sind wir alle dankbar, Birgit in unserer Trainingsgemeinschaft zu haben.
Nicht nur, weil sie eine tolle Teamkollegin ist, sondern auch weil sie es ist, die uns in den Sommer- und Herbsttrainings seit Jahren ein wertvoller Gratmesser ist und Ansporn zu schnelleren Zeiten gibt. Insbesondere, da Sonja kaum mehr mit uns trainiert, wie auch letztens in Colorado nicht.
Unser ganzes Team hat sich unsaeglich mit Birgit ueber ihren Sieg gefreut. Das hat auch meinen Ausscheider ein bisschen besaenftigt. Auf jeden Fall danke ich Euch fuer Eure Aufmunterungen, und versichere Euch, dass ihr irgendwann schon wieder mit mir jubeln koennt.
Ich fuehl mich, besonders nach unserem Colorado-Training, enorm gut auf den Skis, und bin somit zuversichtlich auf das was da kommen mag.
Soli, ich muss den Internet-Corner hier in der Ål Bibliotek raeumen. Ich wuensche Euch einen gemuetlichen, heimeligen Abend!
Haebet Sorg und bis bald,
Lilian
Chüelschrankmanndli
29. November 2002
- Europacup in Al
ich bins, Euer Chüelschrankmannli
Zerscht chani ganz öpis tolls vermälde.
De Fabienne Sutter (für Insider wie mich d'Fabi) hät hie in Norwege innerhalb vo 24 Schtund zwei Rieseslalom im Europacup gunne. Si isch nonig mal 18ni. Dörf also nöd emal autofahre...
Aber, wie ICH öi scho vor es PAAR JAHR vorusgseit han, wachst da es ganz grosses Talent ane.
Au dLilian isch mal wider mit enere Platzierig ufener Ranglischte erschine (uff, für die Bemerkig chönnts Arescht absetze). Sie isch am Dunschtig TOLLI Föifti gsi – uns häd sich en Tag schpöter sogar no chöne uf de 2. Rang füregschiebe.
Nur ebe: d'Fabi hät i beidne Löif Beschtzyt ufgschtellt.
Bald chömmer hie wider öisi Zält abbräche. Und ich bin gar nöd trurig: Di hübsch schwedischi Physio hanni niened gfunde – und de Grappa isch saumässig tür...
Bis bald
Liebi Grüess und vil Neuschnee
vom Chüelschrankmanli
Lilian
10. Dezember 2002
- WM-Pisten Sightseeing in St. Moritz
Hallo zäme,
Eigentlich wär's mal wieder Zeit für ein paar wunderschöne Bilder auf dieser News-Seite. Bilder von unserm WM-Pisten-Sightseeing in St. Moritz.
Drei grandiose Tage lang haben wir uns auf den sagenhaften Pisten unserer WM-Station austoben dürfen - bei den Pistenverhältnissen fast gar schade, dass wir zwischen dem frei Skifahren noch Super-G und Riesenslalom trainieren mussten... :o)..
Tja, was nun die Bilder angeht, habe ich allerdings ein bisschen versagt. Mein Apparat war nicht dabei. Aber vielleicht kann ich mit "Liebsein" der Birgit Heeb ein paar Fotos für unsere Page abbitten. Let's see...
Heut' sind wir nun weitergereist nach Val d'Isère. Wir haben 7 lange Stunden Autofahrt hinter uns entlang dem Comersee und durch Oberitalien. Und nun bin ich ein bisschen gerädert vom Co-Piloten-Dienst.
Drum lass ich mich in die feine Nachtruhe gleiten, und Euch wüsch ich ebenfalls einen tollen Rest vom Abend und Gute Nacht.
Take care,
Lilian
www.TXT.ch
10. Dezember 2002
SKI: Junior tödlich verunglückt
10.12.02 18:47
Der junge Schweizer Abfahrer Werner Elmer, Mitglied der Junioren-Nationalmannschaft, ist bei der internationalen FIS-Abfahrt in Verbier tödlich verunglückt.
Der Unfall passierte am Dienstagmorgen bei einem kombinierten Universitätsund FIS-Rennen.
Der 19-Jährige trug die Startnummer 1. Offenbar gab es Kommunikationsprobleme wegen der Pistenfreigabe. So war Elmer unterwegs, als sich noch ein Pistenhelfer auf der Strecke befand. Elmer prallte in vollem Tempo in diesen hinein.
(Textkopie aus www.txt.ch)
Lilian
27. Dezember 2002
- Vom Zauberberg in Semmering
Hallo zäme,
Zwischen der Trainingspiste am Zauberberg und der Turnhalle in Semmering schicke ich Euch schnell einen lieben Gruss nach Hause.
Ich hoffe, Ihr hattet alle ganz wunderbare Weihnachten! Ich durfte meine daheim auf der Riederalp verbringen.
Zum ersten mal Weihnachten im Kreis der Familie ohne Restaurant-Betrieb Riederhof war das schönste Geschenk überhaupt für mich.
Gestern sind wir in 9 Std Autofahrt her gefahren zum Semmering und abends aus dem Swiss-Ski Bus ausgestiegen wie krümelige Gipfeli... :o)
Dabei haben wir heute Fitness wieder ganz gut gebrauchen können. Die Trainingspiste neben dem Rennhang am Semmering ist so karg mit Schnee bedeckt, dass es die vielen Weihnachtsbiscuits ganz schön im Bäuchlein rumgerumpelt hat...
Ich weiss, meine "News" sind auch diesmal wieder recht kurz. Aber wie gesagt, Oli Koch und der Swiss-Ski Bus warten zur Abfahrt in die Turnhalle zum Rennvorbereitungs-Training.
C U soon, same place,
und häbet´s gued,
Lilian
Lilian
30. Januar 2003
- ......
fdsa jklö uiop rewq bvncxynm,.-
halooo zäme,
öööhm, ich hab grad mal ausprobieren müssen, ob wohl noch alle Tasten meines verstaubzen - äh, verstaubten Laptops funktionieren.... :o>...
Schande über mich, dass ich so lange keinen Mumm hatte, mich unter Euch zu zeigen. Aber ich muss schon sagen: Ihr seid eine kleine, verschworene Truppe!! Bei soo vielen, soo mutbringenden Gästebucheintragungen wird's einem praktisch unmöglich Trübsal zu blasen... ;o)
Ihr seid grandios! Und ich schäme mich sehr, dass ich Euch diesen Winter so wenig in meine kleine persönliche Skiwelt eingeschlossen habe. Aber ich hoffe sehr, dass Ihr mir verzeiht, und mich auch versteht.
Denn trotz jahrelanger Selbst-(Lili)-Kenntnis kann ich oft immer noch nicht aus meiner Haut, und zieh mich halt eher zurück, wenn ich mit mir selbst zuviel zu tun habe.
Aber was soll ich Euch nun schreiben? Ich kann ja kaum in Semmering anhängen - das wäre viel zu weit ausgeholt.
Seid Ihr einverstanden, wenn ich Euch ein Homemade Interview aufsetze? Mit Fragen an mich, die ich in den paar letzten Tagen unzählige Male beantworten musste, sei's Begegnungen auf der Strasse oder Reportern per Telefon?
Also stellt Euch einfach vor, ds Chüelschrankmannli sei unser Net-Reporter, und ich die Skifahrerin in voller Montour irgendwo an einem Pistenrand... ;o)
CHM: Lilian Kummer, ihr Bestresultat in dieser Saison ist ein 22. Rang im WC in Bormio. Obwohl sie uns zu Saisonbeginn ihre Topform angepriesen haben, sind Sie nie in Fahrt gekommen. Wiso diese enttäuschende Ausbeute.
Ich: (für einmal abwärts schauend zu einem Reporter.. ;o) ) Ja, wenn ich das so genau wüsste!
Wie sie richtig sagen, habe ich mich - eigentlich schon zu Beginn der Saison aber vorallem im November im Armerika Training - unheimlich gut gefühlt, und grosse Hoffnung in diesen Winter gelegt.
Allerdings hatte ich im Januar nach den ersten vier Rennen noch immer keine Weltcuppunkte. In Sölden 31. um 2/100stel, in Park City ausgeschieden, in Val d'Isère ausgeschieden.. in Semmering 31. um 1/100stel und das mit grossem Feh...
CHM: Könnten Sie's bitte ein bisschen kurz fassen?! Ich hab noch ein Randevouz mit einer Schwed.. ehm einen Termin bei der Masseurin...
Ich: Ah, ehm, sicher! Nach Semmering und vor dem 5. WC-Rennen in Bormio fuhren wir ins Engadin ins Training. Da, am ersten Tag mit misslichen Bedingungen, liefs mir auf den Ski nicht so gut. Im Normalfall würde man solche Tage schnell abhacken, und nicht weiter drüber nachdenken.
Da aber das 5. Rennen vor der Tür stand, ich immer noch ohne Punkte, und plötzlich ein Missgefühl auf den Skis, drehte etwas in mir durch. Mein Kopf begann zu grübeln und die (kritischen) Gedanken fingen an sich zu überschalgen.
Von dem Moment an, war meine Sicherheit und mein Gefühl auf den Skis wie weg. Und das konnte ich noch bis Maribor nicht mehr richtig wiederfinden.
CHM: Die Konsequenz daraus ist nun, dass Sie an der WM nicht dabei sein werden. Wie gross ist die Enttäuschung?
Ich: Tja, eigentlich gleichgross, wie über die ganze bisherige Saison. Es ist ja auch die Folge daraus.
Die WM war ein grosses Saisonziel. Und grad hier daheim in der Schweiz wäre ein Erfolg an der WM ein Höhepunkt für eine Karriere. Das tut schon weh.
CHM: Gleichwohl hat man gehofft, dass Sie eventuell trotz allem im eigenen Land dabei sein könnten.
Ich: Nun, ich musste erwarten, dass mich die Trainer mit meinen schwachen Resultaten nicht mitnehmen werden. Und will auch klarstellen, dass ich mich nicht in einem WM-Rennen vorstellen kann, mit der Form, wie ich sie in Cortina und Maribor hatte. Nach St. Moritz zu gehen, um dabei zu sein und ohne Ambitionen, macht für mich keinen Sinn.
Die einzige Hoffnung, die ich hegte, war, die zwei Wochen bis zum 13. Februar nochmals für Training, Kopfleerung und Aufbau nutzen zu können. Vor dem WM-Rennen mich dann meinen Trainern zu zeigen, und dann zusammen zu entscheiden, ob ein Start nun berrechtigt ist oder nicht.
Diesen Kompromiss konnten meine Trainier aber nicht eingehen.
CHM: Was tun sie nun? Was ist wahr daran, dass Sie die Saison vorzeitig beenden wollen?
Ich: Darin wurde ich umgestimmt und es war wohl ein bisschen unbedacht...
Es ist so, dass ich im Ziel von Maribor von einem Schlussstrich gesprochen habe, den ich unter diese Saison setzen will. Den habe ich jetzt vorallem im Kopf für mich gemacht - bzw. machen müssen. Nach einem langen Gespräch mit meinem Trainier habe ich nun aber neue kleine Ziele für den Rest der Saison gefasst. Das ist unter anderem die Europacup-Runde mit noch 6 Riesenslaloms, die mir u.U. die Selektion ins A-Kader ermöglicht.
Somit reise ich also am Samstag nach Spanien, wo am 5. /6. Febr. zwei EC-RS stattfinden werden.
CHM: Und was ist vorallem wahr daran, dass Sie an Rücktritt denken? PS: Kennt irgendwer die Adresse vom Schwedischen Skiverband für Bewerbungen??...
Ich: Tja. Ich möchte da etwas vorweg sagen. Ich habe ein paar ganz verknortzte Wochen hinter mir. Und wenn man solche, bzw. keine Resultate einfährt, dann geht einem die ganze Freude an dem wunderbaren Sport verlohren. Kommt dazu, dass gewisse Sinnfragen auftauchen. Im Moment gehen mir ganz viele Gedanken durch den Kopf, die sich ziemlich die Waage von Gegen oder Für halten.
Ein Rücktritt ist aber kein Entscheid, den ich von einem Tag auf den anderen fällen will. Und wenn ich jetzt etwas habe, dann ist es wohl Zeit... ;o) Was ich mittlerweilen weiss, ist, dass ein Rücktritt sehr viel Mut abverlangt. Ich könnte nicht mehr zurück.
Es ist aber so, dass auch der Entscheid zum Weiterfahren für mich viel Mut braucht.
CHM: Die Redaktion wird dieses Gespräch noch ziemlich radikal kürzen müssen, und dankt für Ihre Zeit!
So passt auf Euch auf, und geniesst zwei sagenhafte Wochen WM mit wunderschönen TV Bildern aus St. Moritz.
Es ist total schön, dass es Euch gibt. Danke für jedes einzelne Wort!
Lilian
....und sChüelschrankmannli
...und macht Euch keine Sorgen! Ihr merkt's bestimmt diesem Text an, dass es mir (abgesehen vom Sport) sehr gut geht, und dass ich gut drauf bin.
Tschüss zäme!
Lilian
7. Februar 2003
- Infos vom Familienrat Kummer
Im Namen vom Familienrat Kummer berichten wir an Stelle von Lilian was hier so Sache ist, plus unsere Meinung dazu.mmmhh.
Nach vollem Einsatz und allen Bemühungen hat für Lilian im Weltcup auf keiner Seite was heraus geschaut.
-Wir haben gelitten- -natürlich ihr auch-
Unzählige Aufstellversuche (fast so viele wie beim Ei des Kolumbus jenes war gekocht, dieses ist jedoch roh.), sind dann gefolgt. Lilians obere Wangenmuskeln sind darauf wieder öfters aktiv geworden.
-So auch unsere- :] -Für jene von Jenny hat's nicht gereicht.-
Zuhause hat Lili zusätzliche Unterstützer gefunden. Der Carverpapst (Sepp Bürcher) ist einer von ihnen. Mit neuen Denkimpulsen hat er dem durstigen Pflänzchen Lili gezeigt, wie man auf die grünen Zweige kommt.
-Lasset uns mitgiessen und Jäten das ganze (Ge)beet.-
Falls Euch liebe Fans Lilian's Ansicht interessiert, könnt ihr das morgen Samstag abends am TV auf SF DRS in der Sendung FENSTER ZUM SONNTAG mitverfolgen.
-Wir werden auf jedenfall dabei sein.-
Herzlich verabschiedet sich der Familienrat.
Papa, Mama, Jenny und Christoph
Lilian !-- neu -->
7. April 2003
- Lebenszeichen
Hallo zäme,
es wird April, und mir fallen eins ums andere kleine Steinchen vom Herzen. Im Moment ist's zwar noch eisig kalt bei uns, aber schon bald schmilzt der Schnee... Und die Schneeschmelze schwemmt dann hoffentlich gleich auch meinen erfolgstrockenen Winter weg...
Ihr mögt Euch gefragt haben, ob's wohl die Lili und ihr Chüelschrankmannli noch gibt, und was da in letzter Zeit so gelaufen ist...
Nun....
ds Chüelschrankmannli ist seit Mitte Februar ziemlich am Rudern. Es hat sich nämlich nach Euren ersten Kritiken im Gästebuch gleich zu einem 10-wöchigen Kurs für "Erweitertes Fähigkeitszeugnis für Glücksbringerli" eingeschrieben und ist seither schwer am Büffeln... sagt es jedenfalls. (Wobei, d e r Stuhl schaut mir ein bisschen zu bequem aus, nicht?!)
Und was mich meinerseits angeht, so hatte ich letzthin auch ganz viel um die Ohren.
Zum Beispiel:
Umbauen;
Anfang Januar nässte ein gehöriger Wasserschaden mein kleines Heim. Ich wohne seit einem Jahr in drei nebeneinanderliegenden kleinen Studios auf der Riederalp, die ich noch vor dem Verkauf unseres Hotels meinen Eltern abgekauft hatte. Zuvor haben da unser Hotel- Personal drin gewohnt.
Trotz allem hatte ich viel Glück. Denn mein Bruder hat das auslaufende Wasser recht früh bemerkt, als er grad zufälliger- und glücklicherweise bei mir eine Kamera holen wollte.Ich wäre nämlich erst eine Woche darauf wieder heimgekehrt.
So gab's dann halt viel zu tun in den letzten Monaten wenn ich mal daheim war. Zuerst die ganzen Möbel ausräumen und die Teppiche fein rausreissen. Gleichzeitig habe ich grad die gelungene Gelegenheit benutzt, aus den drei Studios eine Wohnung zu machen.
Dazu musste zwischen zwei der Studios die Mittelwand ausgefrähst werden, und zwei der drei Kochnischen und eine Dusche ausgebaut werden. So gibt das jetzt dann einen schönen Wohnraum von etwa 30 m2 und ein Schlafzimmer.
Durch das Ausfrähsen waren nun aber die Böden nicht genau gleich hoch. Also ich nochmals selber ans Werk und mit Daddy zusammen eine ganzen Boden rausgespitzt. Das war ganz schön 'ne staubige Angelegenheit.
Mittlerweilen ist das traute Heim so weit, dass nur noch der Boden verlegt werden muss.
Was denkt Ihr, wie ich mich freue, dannach darin zu wohnen! Und dann heisst's dann auch für mich ein bisschen Füsse hochlegen....
![]()
Tja, daneben war mein Winter halt schon bescheiden.
Ich kann Euch höchstens noch ein zwei wunderschöne Fotos zeigen, die ich - das eine in Cortina d'Ampezzo, das andere in La Molina, Spanien - gemacht habe.
Ganz weg von den Skis bin ich aber jetzt noch grad nicht. Nächste Woche muss ich nochmals mit Skischuhen, Kälteschutzcrème, Ohrenwärmer, Sonnenbrille und aufnahmefähigem Kopf nach Andermatt reisen. Ich möchte nämlich heuer den Skilehrerkurs Stufe 1 machen. Der dauert eine Woche.
Und dann werd ich wohl für ein Weilchen im Keller die Skis gegen das Bike eintauschen. Auch auf das freu ich mich.
So then,
jetzt wär's schön, von Euch auch zu wissen, wie's Euch geht, und was Ihr tut...
Ich grüss Euch lieb von der Riederalp!
Häbet Sorg und alles Liebe,
Lilian
Lilian
8. Dezember 2001
- bitte sag, dass das nicht wahr ist!
Mein Gott, so schnell ist alles anders!
Zum zweiten mal schon in dieser noch so jungen Saison wird uns das so schrecklich brutal vor Augen geführt. Kann man denn die Zeit wirklich nicht zurückdrehen???!
Ich halte mich an einem Gedanken fest.
Etwas ist Silvano geschenkt worden: die grosse Herausforderung auf einen neuen Lebensabschnitt. Und in dem Sinn habe ich keine Angst um ihn. Silvano ist ein Kämpfer und einer, den grad solche Herausforderungen nur stärken. Zudem wird er mit ganz wunderbaren Menschen in Kontakt kommen. Es ist mir vergönnt, dass ich selber Freunde haben darf, die Querschnittgelähmt sind. Und das sind alles wunderbare Menschen, mit einem besonderen Herzen und Geist.
Mögen alle Guten Kräfte und aller Mut zusammenfinden und sich um Silvano bündeln. Meine Gedanken sind bei ihm. Und ich bin mir sicher Eure auch.
Passt bitte auf Euch auf,
Lilian
Lilian
11. Dezember 2001
- Aufmunterungen an Silvano
Hallo zämu,
Da ich weiss, wie sehr ihr mit Silvano mitfühlt, möchte ich Euch hier die E-Mail-Adresse weiterreichen, an die Ihr schreiben könnt, um Silvano Beltrametti in dieser schweren Zeit, die vor ihm steht, ganz viel Mut und Kraft zu schicken: silvano@swiss-ski.ch
Alle diese Mails werden für Ihn ausgedruckt, und ihm in Nottwil übergeben.
Zudem hat Sillä in den letzten Tagen seine Homepage mit Gästebuch aufgeschalten: www.beltra.ch
Oder ihr könnt an die Postadresse in Nottwil schreiben, wo Silvano ab jetzt einige Zeit sein muss:
Schweizer Paraplegiker-Zentrum
6207 Nottwil
Silvano wird sich über jedes Wort von Euch freuen. Jetzt wird er sicher überhäuft mit Mails und Briefen, aber denkt bitte daran, dass er in zwei, drei Monaten diese Zuschriften vielleicht noch umso nötiger haben wird.
Häbet fescht Sorg,
Eure Lilian
Lilian
15. Dezember 2001
- Aus Val d'Isère
Hallo zämu,
Seit drei Tagen sind wir in Val d'Isère. Es hat zwar auch hier gespart mit Schnee schneien, aber wir können uns nicht beklagen. Donnerstag durften wir auf dem oberen Teil der Herren Abfahrtsstrecke trainieren, und eine bessere Piste könnte man kaum präsentiert bekommen. Pickelhart und ohne ein Steinchen. Dafür hat's derer auf allen anderen Pisten leider ein bisschen zuviel. Das hat auch dazu geführt, dass einer meiner Skis nun endgültig zum "Steinski" abdegradiert wurde - der Arme...!
Gestern ging dann leider gar nichts - wie auch für das Damen Super-G-Rennen. Viel zu viel Wind hat allen die Tore und die Sicht verweht.
Für morgen darf ich nun heute Abend wieder ein Startnummer fassen. Ich denke, dass es die 17 oder die 18 sein wird. Da ich heuer erst so spärlich WC-Punkte heimgefahren habe, bin ich aus der ersten Gruppe geschubst worden. Ist auch verständlich.
So wünscht mir bitte Glück, dass ich morgen mit der Piste von Val d'Isère endlich Frieden schliessen darf. Denn bisher kann ich von diesem Weltcup-Hang noch keine guten Resultate aufweisen. So wird es umso schöner werden, wenn es morgen hier mal gut läuft...
Ich wünsche Euch einen wunderbaren Abend, viel Spass beim Weitersurfen und morgen einen warmherzigen 3. Advents-Sonntag.
Apropos Weitersurfen: auf unserer Linkseite haben sich mittlerweilen 390 Links angesammelt. Das vorallem dank der Mithilfe von Gerwig Löffelholz. Vielen Herzlichen Dank, Gerwig! Da findet sicher jeder noch was interessantes...
Häbet Sorg und bis bald,
Lilian
Lilian
25. Dezember 2001
- Slalomrennen, Skitest ...und ein Spitalbesuch
Hallo zämu,
Ihr merkt, in einer Hinsicht habe ich mich noch immer nicht geändert: Läuft in einem Rennen nicht so gut, müsst Ihr meist ein Weilchen warten, bis die Kummer wieder was schreibt... Ich danke Euch auf jeden Fall für Eure Nachsichtigkeit, und weiss noch nicht so recht, ob ich mir diesen Punkt auch noch auf die Vorsatz-Liste fürs neue Jahr nehmen soll. ...Es hat doch schon fast keinen Platz mehr...!
Val d'Isère ist also schon wieder fast 10 Tage her, und mir scheint fast, es sei noch länger. Denn seither habe ich schon wieder so einige grössere und kleinere Hürden genommen. Die ersten zwei kamen grad am Mittwoch und Donnerstag nach dem Val d'Isère-Rennen: zwei FIS-Slaloms in Grimentz! ...wann habe ich das bloss zuletzt trainiert?...
Andi, mein Trainer hat gefunden, es sei nicht gut, dass ich ausschliesslich Riesenslalom fahren würde und hat mich glatt dazu überredet. Dass er selber ebenfalls seine Zweifel hatte, ob ich dieser "Aufgabe" gewachsen sei, hat er mir dann aber auch erst nach den beiden Rennen gestanden... Tja, da war's dann halt schon zu spät. Denn blamieren wollte ich mich vor dieser FIS-Kulisse ja nun auch nicht.
Daher habe ich versucht alle Slalomerfahrungen auszupacken und ein bisschen Waghalsigkeit dazuzumischen, und mit diesem Rezept habe ich mich schlussendlich sogar noch selber überrascht: denn das alles half, um den 3. Platz zu er-zick-zacken...
Am zweiten Tag hat mich der Slalom aber dann schon im ersten Lauf abgeworfen.
Dann ging mein Reislein weiter nach Davos. Ich wollte vor den nächsten wichtigen WC-Rennen nochmals ein paar meiner besten Riesenslalom-Skis austesten.
Wir hatten am Freitag einen einmaligen ersten Test-Tag. Mit dem einen kleinen Schönheitsfehler, dass ich in einem der letzten Läufe gestürzt bin. So kam's dann leider, dass ich den zweiten Test-Tag einem Spitalbesuch opfern musste, weil das Knie zu arg schmerzte. Im Spital dann die ganze Palette an Kontroll-Massnahmen: Röntgen, Begutachtung durch zwei Ärzte und sogar noch ein MRI, weil es nicht ganz klar war, ob mein Kreuzband etwas abgekriegt hatte.
Aber das tönt jetzt alles viel schlimmer, als es effektiv war. Das MRI ergab nämlich zu guter Letzt, dass kein Band und keine Knochen beschädigt sind. Ein paar Tage Zeit, und das Knie wird wieder tiptop einsatzfähig sein.
Und diesen Einsatz wird es am Freitag dann in Lienz bringen müssen. Morgen reisen wir ab.
Derweilen wünsche ich Euch allen ganz tolle Tage im Schnee - oder sei's wo's Euch sonst gefällt.
Häbet Sorg, und bis bald,
Lilian
Lilian
28. Dezember 2001 (Lilians erster Weltcup-Sieg in Lienz)
- Nur ganz schnell!
Nur ganz schnell!
Ich bin überglücklich, und könnt Euch alle umarmen!
Danke für jeden gedrückten Daumen, und dass es Euch gibt!
Eure Lilian
Chüelschrankmannli
1. Januar 2002
- Interview mit Chüelschrankmannli zu Lilians erstem Weltcup-Sieg
Die RED: Lieber Herr Chüelschrankmannli, da wir von Lilian leider nichts mehr gehört haben, seit sie "Nur ganz schnell..." auf die Page geschrieben hat, haben wir uns gefragt, ob Sie uns in einem kurzen Interview von den letzten Tagen erzählen könnten.
Wie fühlen Sie sich?
Chm: Upps, kann ich da einen Jocker setzen? Es schadet vielleicht meinem Glücksbringerli-Ruf, wenn alle wissen, dass ich noch ein bisschen bechäppeled (Anm. der Red: beschwippst) bin.
War's ein so grosses Fest?
Ein Fest? Drei Feste waren das! Zuerst ein kleines in Lienz abends im Hotel. Da gabs auch noch grad Geburtstagskuchen für Corina Grünenfelder.
Dann ein Lili-Empfangen auf der Riederalp, und dann doch noch Silvester, gestern abend... Man versteht die Walliser zwar nicht, aber zu Festen verstehen die Walliser ... ähm, liest Lili dieses Interview auch?...
Und Lilian ist jetzt auch noch beschwippst, dass wir nichts mehr von Ihr gehört haben?
Nein, nein, Lili mag die Sachen, die beschwippst machen nicht so gerne wie ich... Sie hat schon ganz viele Brieflein geschrieben, an Gratulationanten - und musste gestern 172 Emails lesen! Ich möchte auch mal so viele Freunde haben.
Wann ist denn das Fest auf der Riederalp gestiegen?
Als Lili am Samstag abend von Lienz heimgekommen ist, haben fast alle Riederälpler, Riederälplerinnen und ein grosser Club Guggenmusik bei der Seilbahn auf Lili gewartet und sie empfangen. Dann gingen wir alle zusammen ins Hotel Riederhof von Lilis Eltern, und da bekam ich nach der langen Fahrt von Lienz zurück ins Wallis (7 Std) auch endlich etwas zu trinken.
Wo waren Sie, während Lilian ihren ersten Weltcupsieg ins Ziel fuhr?
Ähm, ich bin am Start gewesen, habe ein bisschen mit der hübschen Physio von Schweden geflirt... ähm ...geredet und gewartet, bis ich mit dem Kleidersack vom Schweizer Team runter zu Lili ins Ziel getragen wurde. Ich habe fast verpasst, dass Lili gewonnen hat.
...Liest Lili diese Interview auch wirklich nicht??
Und dass verstehen Sie unter Job als Glücksbringerli?
Ja mei! Nach meinen grossen Anstrengungen am Morgen für den ersten Lauf habe ich unbedingt einen freien Nachmittag gebraucht!
Und jetzt hat es trotzdem geklappt im zweiten Lauf. Braucht es Sie noch als Glücksbringerli?
Ou, hoffentlich scho! Ich bin doch auf diesen Job angewiesen. Ich habe doch nichts anderes gelernt, und ich muss auf dem Aletschgletscher doch noch mein Iglu abbezahlen...
Wie sieht denn Ihre nahe Zukunft jetzt aus?
Am Mittwoch jetten wir schon weiter nach Maribor. Da habe ich am Donnerstag nochmals ein bisschen Zeit für die Schwedische Phys... ähm ...frei, während Lili trainiert, und am Freitag muss ich wieder "a d'Säck".
Und haben Sie einen besonderen Wunsch für das neue Jahr?
Mein geheimster Wunsch ist, die Schwedische Physio zu küss... ähm ...auf Lilis Helm für die Olympiade porträtiert zu werden. Denn, in Salt Lake wird Lili keine Helm-Werbung für OVO machen dürfen, und muss einen neuen neutralen Helm tragen.
Vielen Dank für das Gespräch. Und machen Sie weiterhin einen guten Job, damit auch wir uns wieder freuen können.
Lilian
4. Januar 2002
- Ein Fehler zu viel...
Hallo zaemu,
ds Chuelschrankmannli hat sich heute gedrueckt vorm Schreiben. Ich solle das doch wieder mal selber machen, hat es gemeint...
Well, recht hat es ja. Da muss ich wohl schon selber den Kopf hinhalten.
Nach dem wunderbaren Sieg in Lienz habe ich heute halt leider wieder die andere Seite der Sportmedaille akzeptieren muessen.
Auf einfachen Haengen, wie diesem hier in Maribor kriegt man grad aufs Dach, wenn man Patzer hat. Und mein grober Fehler im unteren Teil des ersten Laufes war halt noch verhehrender als nur ein Patzer - und schon durfte ich mich nicht mehr zu den besten 30 fuer den Final-Lauf zaehlen.
Ich danke Euch trotzdem von Herzen fuer Euer Mitfiebern.
Und vorallem danke ich Euch an dieser Stelle nochmals fuer all Eure super Eintragungen ins Gaestebuch, die vielen Gratulationen und Aufstellern ueber E-mail und die vielen sensationellen SMS nach dem Rennen von Lienz. Es dauert vielleicht noch ein Weilchen, aber ich werde Euch ganz sicher bald antworten.
Tschuess zaemu, und viel Spass bei den zwei Damen-SL und den Herren-Rennen in Adelboden an diesem Wochenende.
Haebet Sorg,
und bis bald,
Lilian
Lilian
21. Januar 2002
- Gesundheitliches Grounding
Hallo zämu!
Schon fast eine Enttäuschung, wie lange ich Euch ohne News gelassen habe, gell? Ich hoffe Ihr könnt mir verzeihen. Aber ganz so viel ist in dieser Zeit bei mir auch nicht passiert.
Ein paar Tage nach Maribor sah ich mich einem kleinen "persönlichen Grounding" ausgeliefert, dass ich schleunigst wieder auskurieren wollte. Die Erkältung, die seit Lienz mit mir mitreiste, drohte eine Angina zu werden. Da gab es nichts anderes, als alle Abwehrkörperli zu mobilisieren, eine Woche lang brav in der Wärme zu bleiben und komische (aber heilende) Tee und Säftchen von Grossmama zu schlucken...
Bei all dem fehlte mir halt dann ein bisschen die Energie und die Geistesgegenwart, um mich vor den Computer zu setzen und Euch was interessantes zu schreiben.
Tja, und nun ist auch das Rennen von Berchtesgaden wieder Vergangenheit. Dabei wünschte ich, ich könnt nochmal... obwohl.. nein, lieber doch nicht, denn ich weiss nicht, ob ich's doch noch besser machen könnt. Diese elend flachen Hügel sind dummerweise nix für mein Repertoir. Und da hilft anscheinend auch kiloweise OVO-Schokolade essen und schwerer werden nicht weiter...
Und schliesslich sollte man schon daher nichts mehr an dem Berchtesgadener-Rennen ändern, weil sich Fränzi da so souverän mit einem Schalg für Olympia qualifiziert hat. Und das mag ich unserem "Team-Lausbub" von Herzen gönnen!
Aber wisst Ihr was? Jetzt freue ich mich wahnsinnig auf Cortina d'Ampezzo! Denn wie Ihr bestimmt alle schon von mir wisst, ist das mein absoluter Lieblingshang.
Und ich freue mich auch auf die aktiven kurzweiligeren Tage dieser Woche. Vorerst bin ich jetzt mal zwei Tage zu Hause in denen ich meine Muskeln wieder aufpäppeln kann, und dann fahren wir am Mittwoch nach St.Virgil (It) für zwei Tage Rennvorbereitungs-Training.
So then, lasst die Fetzen fliegen, auch wenn's Montag ist,
und habt viel Spass und bis bald,
take care,
Lilian
Lilian
26. Januar 2002
- Gibt's wieder Startnummer 10?
Hallo zämu,
eigetlich ist's grad noch ein bisschen zu früh für eine News an Euch, denn ich weiss meine Startnummer von morgen erst in einer Stunde.
Ich komme grad von der Rennvorbereitung im Kraftraum zurück. Unter Rennvorbereitung müsst Ihr Euch ein kurzes schnellkräftiges Konditraining vorstellen.
Bei mir sind das ein paar Serien explosive Kniebeugen mit anschliessenden Sprüngen auf einer Treppe. Andere Athletinnen machen ganz etwas anderes. Ein paar von uns bevorzugen Schnelligkeitsübungen auf der Treppe oder in Reifen, einige machen Hürdensprünge und noch andere einfach eine Einheit Ergometer. Die Rennvorbereitung ist für jede Athletin so individuell wie das Maskottchen auf dem Nachttisch...
Nun werde ich gleich duschen gehen, und um 18.15 Uhr ist die öffentliche Nummernauslosung auf dem Dorfplatz von Cortina d'Ampezzo. Nimmt mich ja mal wunder, was ich heute für eine Nummer schnappe. Denn habt Ihr gemerkt? In Berchtesgaden habe ich zum vierten mal in meiner 5-Rennen-in-der-Erste-Gruppe-Zeit die Startnummer 10 gezogen! Nur einmal bisher - in Copper Mountain - war's die Nummer 9.
Wenn ich nicht mehr dazu kommen werde, Euch meine Startnummer durchzugeben, so schaut doch schnell ins Gästebuch. Vielleicht schreibt sie Gerwig, unser Co-Info-Schreiber wie die letzten Male auch wieder ins Gästebuch. Danke Gerwig, für Deine Hilfe!
Soli, jetzt muss ich mich losreissen! Ich wünsch Euch einen wunderbaren Samstagabend,
und bitte fest Daumen drücken morgen! Ich zähl ganz fest auf Euch!
Take care,
und alle Liebe,
Lilian
Lilian
30. Januar 2002
- Ihr seid viel zu gnädig
Hallo zämu,
Meine Herz flog grad übers Gästebuch. Und es hat mir einmal mehr in Erinnerung gerufen, was für wahnsinnig liebe Freunde und Fans Ihr alle für mich seid! Obwohl ich am Sonntag ja nun wirklich einen riesen "Gugus" zusammengefahren bin - im 1. Lauf ein zu ängstlicher Stangenfresser, und im 2. Lauf dann zu kopflos - habt Ihr nur aufstellende Worte für mich. Und eigenlich habt Ihr ja recht. Vorwärtsschauen ist die einzige Angriffsmöglichkeit, gell?
Na dann los! Der morgige Nachtslalom in Are (SWE) ist das nächste Ziel.
Gestern abend sind wir in Are angekommen. Heute war reduzierter Trainingtag - nicht weil wir es so wollten, sondern Wetterbedingt. Und morgen um 17.30 Uhr und um 20.30 Uhr gehen für uns die Starttörchen wieder auf.
Für einmal kann ich Euch sogar schon meine Start-Nr. sagen: die 8 wird's sein.
Soli, ich wünsche Euch allen einen wunderbaren Donnerstag und Abends ein bisschen Zeit, es Euch für den Nachtriesenslalom im Sofa bequem zu machen.
Passt auf Euch auf, und zählt die heit'ren Stunden nur,
Lilian
Lilian
2. Februar 2002
- Habt Ihr den Stein gehört?
Hallo zämu,
Ihr habt den grossen Stein sicher gehört, der mir nach meiner zweiten Zieldurchfahrt vom Herzen gefallen ist...
Es war für mich eine wunderbare Erleichterung, wieder ein Rennen in den ersten 10 abschliessen zu können. Für einmal sind die Fragen, die man sich während einer "Durststrecke" zu stellen beginnt, wieder ein bisschen leiser geworden. Und ich bin sehr froh darüber, denn grad für die nächsten 3 Wochen hätten solche Fragen nicht unbedingt Platz in meinem Köfferchen...
Gestern sind wir über den Wolken von Östersund aus wieder nach Hause geflogen worden - von einem lieben Team und einem Captain, den ich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich grüssen möchte.
Mich hat es nämlich riesig gefreut, als auf einmal der Stewart an unsere Sitzreihe trat, und fragte, wer denn die Kummer Lili sei. Er müsse mir nämlich von unserem Flugkäpten ausrichten, dass er unsere Homepage lilian.ch ganz toll finde.
Das war wunderschön zu hören, und ich gebe dieses Kompliment gleich an Euch alle weiter. Denn Ihr tragt einen grossen Teil dazu bei, dass Holzwurm und ich so grossen Spass daran haben, diese Page immer wieder ein bisschen in Schwung zu halten.
Jetzt ist Eure grosse Frage sicher: Was machst Du nun? Wann fliegts Du nach SLC? ..oder?
Für's erste habe ich eine ruhige Vorbereitungswoche vor mir.
Weil unsere Coaches alle schon am 4. Februar nach Salt Lake City reisen werden, gibt es für uns diese Woche kein Skitraining mehr. Handkehrum ist das noch eine gute Gelegenheit, in dieser Woche nochmals stark an der Kondition zu rütteln. Das kommt mir auch sehr entgegen. Nach dem vielen Reisen - und auch noch nach meinem gesundheitlichen Aussetzer im Januar - kann ich da wieder ein bisschen Schwung holen.
Unser Flug nach Salt Lake City ist dann am nächsten Samstag, 9. Februar.
Aber bevor ich meine Koffern packe, werdet Ihr ganz sicher nochmals von mir hören. Für heute wünsche ich Euch mal ein super Wochenende, und nochmal "Härzliche Dank für's Düme tricku am Donnstag Abu" !!
Bis bald, und häbet Sorg,
Lilian
Lilian
7. Februar 2002
- SMS-Group LILIAN und allerlei Olympisches
Hallo zämu,
Das ist ja umhauend, wie viele gute Wünsche für Salt Lake Ihr mir alle ins Gästebuch geschrieben habt. Die packe ich morgen alle mit ein, wenn ich meine Koffern für drüben bereitmache.
Am Samstag geht's dann los.
Alle die, denen ich in dieser Woche daheim begegnet bin, haben mich ein bisschen ungläubig angeschaut und gefragt, ob ich denn noch nicht in Salt Lake sei?!
Da hat sich dann auch mal kurz das Teufelchen in mir gezeigt. Ich hoffe nun nur, dass der Herr, dem ich zum Spass (und weil diese Frage schon wieder kam) erzählt habe, ich würde gar nicht hingehen, mir dass nicht allzu übel nimmt...
Genaugenommen - und aus diesem Grund - war ich diese Woche auch nur zwei Tage daheim auf der Riederalp. So weit es geht, möchte ich nämlich im Moment dem vielen Gerede über SLC aus dem Weg gehen. Denn fürs erste will ich mich jetzt auf meine Arbeit dort drüben gut einstellen, ruhig bleiben und nicht in das Gefühl "Olympia-ist-ja-so-was-besonderes" verfallen, auch wenn es das tatsächlich ist.
Aber dafür habe ich dann nacher noch genug Zeit, oder?...
OVO Olympia-Kalender
Trotzdem ist für mich der 22. Februar 2002 - der Tag meines Einsatzes in SLC -jetzt ein bisschen, was für Kinder der Weihnachtsabend ist. Vor ein paar Wochen habe ich nämlich von Fränzi Schuler und Erich Reinhard, den beiden guten Seelen bei der Ovomaltine, eine ganz grosse Schachtel Olympia-Kalender geschenkt gekriegt.
24 kleinere und grössere Geschenklein sind da drin (gewesen...). Und seit dem 30. Januar darf ich jetzt täglich eins auspacken!
Gestern hat ein grosses Päckli Toko-Skiwax raus geguckt, und heute war's ein kleiner Plüsch-Glückskäfer!
Was?..Ne-nei, Chüelschrankmanndli, du brauchst nicht eifersüchtig sein! Du kannst auf jeden Fall mit...
Unsere offizielle Post-Adresse in Salt Lake
Gestern flatterte mir noch ein ganz interessantes Papier ins Haus, auf dem wir Athleten schon vorher ein bisschen etwas über unseren Aufenthalt in SLC erfahren. Darüber bin ich sehr dankbar, denn wenn man dem ganzen das erste mal entgegen sieht, hat man schon noch Null Vorstellung, wie das alles ablaufen soll.
Zum ersten mal schmunzeln musste ich schon, als ich darin gelesen habe, dass wir dort drüben eine offizielle Postadresse haben, die denn lautet:
Herr/Frau....
Swiss Olympic Team
2002 Olympic Village, Building 803
Salt Lake City, Utah 84194-6100
...und das gleich mit dem Anhang, dass unbedingt der Absender vermerkt werden müsse, damit Sendungen schneller durch den Security Check kämen, ratsamer aber trotzdem EMail- und Faxpost wäre...
Des weiteren konnte ich schon erfahren, dass wir Schweizer zusammen mit dem Lichtensteiner Verband in einem grossen Haus logieren (eben Building 803), dass für verlorene Zimmerschlüssel $ 50 zu bezahlen seien, dass der Schrank mit 8 Kleiderbügeln pro Person ausgerüstet ist, und - hey - so toll, dass wir vom SOV ein kleines Sackgeld in US$ bekommen.
Mit dem kann ich dann ein paar Postkarten in die Schweiz schicken. Ich hoffe bloss, dass die dann schneller ankommen werden als meine letzten paar vom 25. November, von denen die (bisher mal) letzte vor zwei Tagen am 5.2.2002 beim Adressat erst eingeflattert ist...
Wie lange, und in welcher Zeit, wir Technikerinnen effektiv im Olympischen Dorf wohnen werden, weiss ich aber noch nicht genau. Denn wir werden für unsere Trainingsblocks von 2mal vier Tagen sehr wahrscheinlich in einem umliegenden Skigebiet sein.
Das Olympia Werbeverbots-Gesetz
Auch in einem anderen Sinn mögen einem die OS wie Ausnahmezustand erscheinen.
Wir haben Haufenweise neues Material und neue Kleider bekommen. Zum grössten Teil aus dem Grund, dass die Spiele so strenge Werbeverbots-Gesetze haben.
Als allererstes musste mein lieber OVO-Helm weichen. Pure Werbung auf Helm, Renndress, Skijacken und wo auch immer ist grundsätzlich verboten.
Herstellermarken darf man lesen können, aber auch hier sind die Regeln streng. So musste ich z.B. meine guten alten Handschuhe gegen ein neues Paar austauschen, weil auf unseren bisherigen der Schriftzug "REUSCH" um etwa 3.5 cm2 zu gross ist, und auch das Brillenband von UVEX muss ausgewechselt werden, weil dieser Schriftzug für die Olympia-Bestimmungen zu gross aufleuchtet.
...und das Verbot von journalistischer Tätigkeit
Tja, genau das hat mich noch ein bisschen ins Schwitzen gebracht!...
Wortwörtlich heisst es nämlich in dem Papier, dass wir dem SOV unterschreiben mussten:
- nehme ich zur Kenntnis, dass ich während den Spielen keinerlei journalistische Tätigkeit ausübe (Print-, elektronische Medien inklusive Lokalradio und Internet).
Also, das wärs dann! Heut und morgen darf ich noch etwas schreiben. Aber ab Samstag ist's vorbei mit News auf der Page. Ich wünsche Euch schöne Spiele,
und wir hören dann dannach wieder von einander, gell?...
Dem bin ich aber dann genauer auf den Grund gegangen, und habe zum Glück erfahren, dass das ausnahmsweise nicht für persönliche Homepages gilt. Ein Stein fiel mir vom Herzen.
Also, sorry, aber nix gewesen mit elektronischer Ruhe von mir!...
SMS-Group mit News über Lilian
APROPOS, für die, welche tatsächlich immer noch am lesen sind! Ich kann mich mal wieder nicht kurz fassen, gell?...
Ich habe zur Feier der Spiele, und um Euch zwischendurch auch mal nur kurze News (Startnummern, Startzeiten, Trainingsaufenthalte, ect..) mitzuteilen bei Swisscom eine SMS-Group eingerichtet.
Wenn Ihr solche News erhalten möchtet gibt es zwei Möglichkeiten.
Einmalige News lesen: Ihr sendet den Text "LILIAN" an die Zielnummer 400. (-.40 pro Abfrage)
Automatischer Erhalt der News, sobald ich eine neue schicke: Ihr sendet "START LILIAN" an die Zielnummer 400 (-.20 pro erhaltene News)
Soviel ich weiss, funktionniert dieser Dienst nur mit einem Swisscom-Abo. Das tut mir sehr leid für alle anderen. Aber Ihr wisst ja, wo Ihr auch so die News immer lesen könnt, gell. Und keine Angst, ich werde Euer Budget nicht mit allzuvielen Meldungen überstrapazieren...
So, jetzt ist endgültig Zeit für Euch zum Weitersurfen.
Habt einen gemütlichen Abend, ein wunderbares Wochenende und allzeit ein Lächeln auf dem Gesicht.
bis bald,
Lilian
Lilian
10. Februar 2002
- Zwei ganz unterschiedliche Landungen
Hallo zaemu!
Es war eine lange - und eine, in allen Belangen aufregende Reise!
Zum ersten mal in meinem Leben war es mir vergoennt, Business zu fliegen. Das war im Flug von Zuerich nach L.A. Daran koennte man sich glatt gewoehnen... :-) Obwohl mich mein (in denen Momenten nicht so lieber) Freund immer damit aergert, ich haette ja auch in der Eco immer einen Business-Sitz, dank meiner Groesse..!
Im gleichen Flug hatten Fraenzi und ich dann noch ein super Abenteuer! Wir durften auf Einladung von der Piloten-Crew ins Cockpit vorbei schauen, und dort auch fuer die sagenhafte Landung in Los Angeles bleiben!Da habe ich dann nicht schlecht gestaunt, als mich der eine der Herren Piloten, Gaitano Barberi, auf Walliserdialekt begruesst hat, mir erzaehlt hat, er sei in Bitsch aufgewachsen, und just eben noch auf der Riederalp in den Skiferien gewesen, wo er auch mit meiner Mutter noch geplaudert habe... Die Welt ist klein! Ebenfalls hat sich herausgestellt, dass er ueber einige Ecken auch mit Fraenzi noch verwandt ist.
Und noch ein bisschen mehr habe ich gestaunt, als sich auch Edith, unsere Stewardesse als eine Alt-Ried-Moerijerin herausstellte. Ihr Vater ist dort aufgewachsen, und ihre Cousinen sind noch fast mit mir in die Schule gegangen.
Ein bisschen ungeheuerlicher wurde dann der Landeanflug in Salt Lake City!
Gesetz soll mittlerweilen in den Staaten sein, dass man sich eine halbe Stunde vor dem Landeanflug nicht mehr aus dem Sitz erheben darf. Gut und recht.
Urploetzlich huschte aber die Stewardessen durch den Gang und hiessen uns die Haende ueber den Kopf halten, und so zu verweilen, bis zur Landung in etwa 20 min. Auch gut und recht..
Bis dann der Funkspruch vom Captain kam: "Two Security Marshals are on board. We don't know, what's going on here. We beg you to stay seated with the hands beyond your head. If anybody next to you is moving around with his hands, let know the Stewardesses." Und dann noch so etwas wie "You are in imediant Danger!"
Ok, vielleicht sagte er's in besserem Englisch, aber das war nicht mehr so gut und recht...!
Obwohl ich die Tragweite vielleicht erst heute ein bisschen klarer sehe. Gestern in diesem Flugzeugsitz, unwissend, was wirklich los ist, habe ich das ganze vorerst auf die leichte Schulter genommen.
Anyway. Also, wir landeten dann nach den langen 20min Hand-ueber-Kopf-halten, und dachten schon erleichtert, jetzt koenne dann endlich wieder Blut in die Haende fliessen.
Schon kam der naechste Funkspruch: We beg you to stay in your position. Es wuerden jetzt noch mehr Security-Leute ins Flugzeug steigen, und die wuerden uns dann Anweisungen zum Austieg geben.
Diese uniformierten Marshals kamen dann sogleich, liessen uns aber noch immer ein Weilchen unwissend. Bis dann zwei von ihnen einen jungen Mann etwas duenklerer Hautfarbe in einer gruenen Jacke ein paar Reihen vor uns aufforderten, aufzustehen, und mit ihnen das Flugzeug zu verlassen.
Auch ein zweiter Herr wurde durch Securitz-Begleit aus dem Flugzeug gebracht. Jener aber laut Birgit Heeb eher darum, weil er waerend dem Anflug mit den Stewardessen lauthals ueber die Art und Weise der Handhabung dieser Angelegenheit diskutiert habe.
Dann endlich die Funkdurchsage, wir koennen jetzt das Flugzeug mit unserem Handgepaeck verlassen.
Beim Rauslaufen erhaschten wir noch einen Blick auf den Mann in der gruenen Jacke. Im nachhinein sah er schon etwas gfuerchig aus. Was aber wirklich der Anlass zu all dieser Unruhe war, wissen wir alle nicht. Eine Variante war, dass Papiere und Pass des Mannes nicht uebereinstimmten. Eine andere, dass er waerend der 30-min-Sitzplicht aufgestanden sei, ect.
Nach all der Aufregung war es uns auf jeden Fall ein leichtes, gestern abend todmuede ins Bett zu fallen. Und heute ist zuerst mal ein Ruhe- und Jet-Lag-Verarbeitungs-Tag angesagt.
Ich schicke Euch soweit mal einen lieben Gruss aus dem Olympic Village. Ihr hoert schon bald wieder von mir.
Haebet Sorg,
und en super Tag,
Lilian
Lilian
15. Februar 2002
- erste Olympia Erlebnisse
Hallo zaemu,
der erste Trainingsblock von vier Tagen ist schon vorbei. Die Zeit schiesst uns hier um die Ohren wie Simi Ammann vom Schanzentisch... Wirklich genial, was er vollbracht hat! Hier drueben in Amerikanischen Fehrnsehstationen und Zeitungen ist aber von keinem Ammann die Rede, sondern nur noch vom Swiss Harry Potter oder ganz schlicht dem "Swiss Air"!
Wie gesagt, vier Tage Training sind vorbei.
Ganz lustig waren aber unsere ersten Tage im OV. Da waren z.B. schon mal kurz nach unserer Ankunft diese Blauen Jungs, die Fraenzi und mir begegneten und uns grad ein Acapella-Staendchen zum Besten gaben.
Oder die Antwort die wir an der Reception der Guesthouse-Hotelreception erhielten, als wir fragten, ob man den grossen Fernseher, der in unserem Zimmer steht und nur flimmert, nicht reparieren koennte: "Ou sorry, wir haben alle Fernseher ausgeschalten. Sie muessen den Chef de Mission Ihres Olympischen Verbandes fragen, ob Ihnen der Luxus eines Fernsehens gestattet ist. Dann koennen wir ihn dann einstellen"... :-)
Nach dem ersten Rasttag im Olympic Village sind wir mit Sack und Pack fuer's erste mal weitergezogen nach Huntsville in das Haus, in dem die Abfahrerinnen schon seit einer Woche wohnen. Totales Gegenteil zum Hochsicherheitstrackt OV!Ein ruhiges kleines "Nest", in dem die Kinder noch bis abends um halb9 Uhr auf der Eigenbau-Eisbahn mit Hockeyspielen ihre Freude hatten.
Das Bild zeigt zwar das Haus von den Trainern, ist aber praktisch gleich wie unseres war.
Das spezielle an diesen Haeusern ist, dass unsere Gastfamilien uneigennuetzig grad zu Freunden gezogen sind, um uns Platz zu machen! Und sich obendrein eine riesen Arbeit aufgehalst haben, indem sie sich bereit erklaert haben, Mittags und Abends fuer uns zu kochen.
Da gab es dann auch lustige Gespraeche. Zum Beispiel, dass Fraenzi Aufdenblatten noch auf der Suche nach einem Mann ist, der moeglichst einen kurzen Nachnamen traegt. Fraenzi braucht naemlich immer am laengsten von uns allen um einen Stoss Poster oder Karten zu unterschreiben...
Unserer Gastfamilie, der Familie Leyton hat es apropos nicht gereicht, dass wir ein Poster fuer sie unterschrieben. Sie baten uns, sicherheitshalber und um alle Zweifler ueber unser Dagewesen-sein zum Schweigen zu bringen, grad die Wandtapete im Gang zu signieren...
Zum Riesenslalomtraining gings nach Snow Basin auf die Nebenpiste der Abfahrt. Ich bin total begeistert von dem Schnee hier drueben - oder vielleicht sind's auch die weiten, breiten Piste. Wie scharfe Kanten dieser Schnee braucht, und bis wohin man die Kanten brechen muss, galt es in diesen Tagen herauszuarbeiten.
Dass wir grad neben der Abfahrt trainierten, hatte den grossen Pluspunkt, dass wir allpot wieder die Funkfrequenz wechseln konnten zum Mitspionieren, was auf der Abfahrt grad los war. Denn von jener vernahmen wir praktisch nichts, ausser dem wellenartigen lauten Tosen, dass bei praktisch jedem Fahrer aus dem imposanten Zielstadion zu uns herstroemte.
Ou, jetzt schliessen die hier grad das WWW-Center zu. Ich fuerchte, ich muss morgen weiterschreiben.
So long alles Liebe nach Hause!
Haebet Sorg, und en wunderbare Tag,
Lilian
Lilian
15. Februar 2002
- Ein paar Freitage in Salt Lake
Hallo,
da bin ich wieder... Vorausgesetzt dem Fall, dass Ihr noch mehr hoeren wollt.
Gestern war unser letzter Skitag in Snow Basin, und gleichzeitig ja auch Valentinstag. Der wird hier natuerlich mit grosser amerikanischer Emotion gefeiert. Vom Liftler bis zum Security-Kontrolleur riefen uns alle laut "Happy Valentine" entgegen. Und im Valley Market wurden wir sogar mit Bluemenstraeusschen und einem kleinen Teddy ueberhaeuft...
Schade nur, dass wir diese Blumenstraeusse abends bei unserer Rueckkehr ins OV nicht mitnehmen durften. Blumen duerfen dort nicht eingefuehrt werden, aus Angst vor Pestiziden, ect.
Das hat leider auch Alex, Birgit Heebs Ehemann, einen Strich durch die Rechnung gemacht, der seine Liebste mit einem grossen Valentins-Strauss ueberraschen wollte.
Nun bleiben wir fuer drei Tage wieder im Olypic Village. Und diese werden uns sicher Gelegenheit geben, Olympia als Zuschauer mitzuerleben. Im Moment sind wir noch um Eintrittskarten fuer einen Hockeymatch am kaempfen. Hoffentlich wird das klappen. Oder wir fahren zum Utah Park, wo wir unsere Bob-Boys unterstuetzen koennen.
Und fuer den Fall, dass ich heute oder morgen auch die Zeit finde, die grosse Stadt Salt Lake auszukundschaften, habe ich gestern ein riesen Hilfsmittel in meinem OVO-Kalender-Paeckli gehabt: eine Salt Lake City-Map!! Wie immer hat Fraenzi Schuler an alles gedacht! Vielen herzlichen Dank!
Vorallem werden wir diese paar Tage aber nutzen, um nochmals ein bisschen an der Kondition zu feilen. Unser Konditrainer hat uns nur heute einen totalen Ruhetag versprochen. Morgen solls schon wieder Schweissausbrueche geben... Mal schauen, vielleicht laesst's sich noch mit ihm reden. Denn wir sind alle der Meinung, dass wir fuer Schweissausbrueche auch einfach unseren neuen Waermemantel anziehen koennten...
Aber vorallem freue ich mich auf den Sonntag. Denn dann wird mein Daddy hier ankommen. Gestern ist er in Zuerich abgeflogen nach Calgary. Bis am Sonntag bleibt Daddy in Banff bei Christoph, meinem Bruder. Die beiden haben sich seit letztem Juni nicht mehr gesehen. Ich wuerd viel drum geben jetzt auch dort zu sein. Aber man kann halt leider tatsaechlich nicht "ds'5i und ds'Weggli" haben, gell?...
Soli, auf also in den Freien Tag hier in SLC. Ich wuensche Euch daheim einen tollen Abend, mit vielen interessanten Olympia-Bildern im TV!
Haebet Sorg und bis bald,
Lilian
Lilian
26. Februar 2002
- Olympic Digest
Hallo zämu,
Olympia ist vorbei. Und noch immer würgt es leicht mein Herz, wenn ich an meinen schnellen Abschied im Riesenslalom denken muss.
Vor zwei Tagen sind wir heil in Zürich gelandet. Ein bisschen Zeit, um alles noch mal zu verarbeiten und zurück zu blicken. Damit Ihr auch ein bisschen daran teilhaben könnt, habe ich ein kleines Album zusammen gestellt, mit den schönsten Schnappschüssen und Eindrücken.
Bis bald,
und vielen herzlichen Dank für jedes Wort Eurer Unterstützung,
Lilian
und jetzt klickt auf Olympische Schnappschüsse und geniesst ein bisschen mit mir...
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